Ran an die Sau!

Astrid Lorig (54), stellvertretende Vorsitzende des Boule-Clubs Trier, erzählt heute in der TV-Serie "Mein Verein", warum das Boule-Spiel für sie "eine der schönsten Nebensächlichkeiten der Welt" ist.

Boule habe ich vor 20 Jahren in Frankreich kennen- und lieben gelernt. Ich war an der Ardèche zum Zelten, und auf dem Campingplatz wurde Boule gespielt. Seitdem habe ich es im Urlaub immer gern gespielt. Vor ein paar Jahren habe ich in Trier am Dom Leute Boule spielen sehen und habe sie einfach gefragt, ob ich mitspielen kann. Vor vier Jahren bin ich dann zum Verein gekommen, seit November letzten Jahres bin ich die zweite Vorsitzende.
TV-Serie Mein Verein


Boule ist ein Spiel für Jung und Alt, für Männer und Frauen - und für alle Nationalitäten. Es ist nicht kompliziert, und es gibt keine Verständigungsschwierigkeiten. Es kostet auch nicht viel, man braucht nur drei Eisenkugeln. Man ist an der frischen Luft und lernt nette Leute kennen. Boule ist aber nicht nur Freizeitsport, es ist auch Konzentrationssache. Es geht darum, so viele Kugeln wie möglich an das Schweinchen oder die Sau zu werfen, das ist die kleine bunte Kugel. Ein Wurf heißt Aufnahme, und pro Aufnahme kann eine Mannschaft maximal sechs Punkte erreichen. Bei 13 Punkten endet das Spiel. Wenn man eine gute Kugel wirft, werden Glückshormone freigesetzt!
Ein Spiel dauert in der Regel eine Stunde. Bei einem Turnier finden drei bis fünf Spiele statt, das ist schon anstrengend. Man steht natürlich die ganze Zeit und guckt zu, wenn die anderen dran sind. Boule ist aber auch entspannend, es ist insgesamt ein sehr angenehmer Sport. Ein Spiel endet immer versöhnlich mit einem Händedruck - und einem Glas Wein oder Pastis.
Toll fand ich, als letztes Jahr vor dem Dom Touristen aus anderen Städten zu uns kamen. Sie brachten ihre eigenen Kugeln mit - unter Boulisten hatte es sich wohl herumgesprochen, dass man hier spielen kann. Boule gibt es in allen größeren Städten. Am Rhein hat jeder Ort seinen Bouleplatz, auch im Saarland und in Luxemburg wird viel gespielt.
Bei uns ist der nächste Verein in Morbach. Dort spielen wir im Winter, wenn Schnee liegt: Ein Bunker ist als Bouleplatz ausgebaut worden. Unsere Hardcore-Leute spielen auch auf Schnee, das macht mir aber nicht so viel Spaß.
Wir fahren auch oft ins Saarland oder nach Luxemburg und nehmen an Turnieren mit befreundeten Vereinen teil. Einmal im Jahr richten wir ein Turnier aus, auf dem Tarforster Sportplatz, immer im September - seit 16 Jahren. Dann kommen befreundete Boulespieler aus der ganzen Region zu uns. Boule ist für mich eine der schönsten Nebensächlichkeiten der Welt - es wird nie langweilig!"

Aufgezeichnet von Dorothée Quaré
In unserer wöchentlichen TV-Serie "Mein Verein" lassen wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, zu Wort kommen. Jeden Mittwoch stellen wir einen Verein aus der Perspektive eines Mitglieds vor. Dazu gibt es die wichtigsten Daten in Kurzform. Sie wollen Ihren Verein vorstellen? Schreiben Sie uns bitte eine E-Mail mit einigen Daten an die Adresse trier@volksfreund.de
Extra

Beim Boule sollen die Kugeln möglichst nah an das Schweinchen geworfen werden. Foto: Archiv/privat

Der Boule-Club Trier e. V., gegründet im Jahr 1996, hat 49 Mitglieder zwischen 16 und 76 Jahren. Dienstags und sonntags wird vor dem Dom gespielt, freitags im Palastgarten hinter der Kreisverwaltung. Der Verein spielt mit zwei Mannschaften in der Bezirksliga Rheinland-Pfalz Nord. DQ