Rares Jubiläum: 20 Jahre ohne Flop

Aus Mini-Anfängen zum erfolgreichen Macher mit 13 Läden und 160 Mitarbeitern: Peter Brommenschenkel schreibt seine persönliche Erfolgsstory fort. In der Trier-Galerie eröffnen er und seine Frau Anne die größte inhabergeführte Parfümerie in Rheinland-Pfalz.

Hat gut lachen: Peter Brommenschenkel in seinem Büro in der Steipe. Der 54-jährige ist einer der erfolgreichsten Trierer Kaufleute. TV-Foto: Roland Morgen

Trier. Das neue "Hauptquartier" spiegelt die rasante Entwicklung wider. Bis 2006 hatte Peter Brommenschenkel sein Büro in der Grabenstraße. Klein, gemütlich, mediterran. Nun residiert er in der Steipe, im ehemaligen Bürgermeistersaal. Die Einrichtung hell und modern. Ein auffallender Kontrast zu dem dunklen und schweren Mobiliar, das der Vormieter Rudolf M. Lederer, inzwischen nach Luxemburg abgewanderter Ex-Baulöwe, bevorzugte. Aber immer noch sehr repräsentativ. Kein Zweifel: Hier sitzt jemand, der sich als Platzhirsch sieht. Brommenschenkel ist da angekommen, wo er immer hin wollte - im Herzen der City: "Das haben wir uns erarbeitet und verdient." Das Wort "ich" kommt in seinem Sprachschatz kaum vor. Das "wir" steht für das Ehepaar Brommenschenkel. Auch wenn Gattin Anne (57) lieber im Hintergrund wirkt: "Wir haben das alles aus eigener Kraft geschafft."

Die Bilanz ist in der Tat beeindruckend und sucht weit und breit ihresgleichen. Mit den elterlichen Drogerien in Euren und Zewen startete Peter Brommenschenkel, mit Gattin Anne wagte er 1988 den Sprung in die City und eröffnete das Reformhaus in der Nagelstraße. Zwei Jahre später kam ebenfalls in der Nagelstraße eine Parfümerie dazu.

20 Jahre nach den Anfängen in der City haben sich die Brommenschenkels ein kleines Imperium aufgebaut, das auf beiden Schienen insgesamt 13 Geschäfte umfasst: Viermal Bio-Lebensmittel/Reformkost in Trier und Wittlich plus neun "Pierre"-Parfümerien: außer den beiden in Trier zwei in Koblenz sowie in Mayen, Limburg, Kaiserslautern, Neustadt/Weinstraße und Merzig.

Zehnte "Parfümerie Pierre" in der Trier-Galerie



Das Ende der Fahnenstange ist nicht in Sicht. Im neuen Einkaufszentrum Trier-Galerie entsteht derzeit Parfümerie Nummer zehn. Wenn die am 4. September an den Start geht, erhöht sich die Zahl der Brommenschenkel-Mitarbeiter von derzeit 160 um weitere 15.

Das neue Geschäft sieht Peter Brommenschenkel "als Meilenstein unserer Entwicklung" - so wie das 2000 eröffnete "BioGate" (Naturkost auf 800 Quadratmetern in der Palaststraße) einer war: "Es wird mit 500 Quadratmetern Fläche die größte privat betriebene Parfümerie in Rheinland-Pfalz sein. Auch sie wird uns einen erheblichen Schub nach vorn bringen. Auf diesem Sektor wollen wir noch weiter expandieren." Und außerdem das "Bio-Gate"-Konzept an anderen Standorten etablieren und den ebenfalls florienden Nudelladen "Pasta Pasta" (Grabenstraße) "franchise-mäßig weiterentwickeln".

Das Unternehmer-Ehepaar (mit zwei Töchtern) hat seine Einschätzungen bislang stets bestätigt gesehen, selbst dann, wenn es gegen den Trend und Markt-Kennziffern arbeitete. Erfolgsgeheimnis? Peter Brommenschenkel muss nicht lange überlegen: "Wir sind bodenständig, sparsam, fleißig, kreativ, nah dran an Personal und Kunden und haben großen Spaß daran, Ideen zu entwickeln und dauerhaft mit Leben zu erfüllen."

Was Brommenschenkel nicht sagt, bescheinigen ihm Vertragspartner: Er habe ein gutes Näschen, ein glückliches Händchen und ein Gespür für optimales Timing beim Verhandeln.

Der 54-Jährige, der mit 18 Motorradrennen auf dem Nürburgring gefahren ist, lacht: "Ist doch okay, so lange man - wie wir - es sportlich und fair angeht. Auf den ersten Flop warten wir gerne weiterhin vergebens. Aber sollte er kommen, dann wird er uns nicht aus der Bahn werfen", sagt Brommenschenkel und hat sichtlich Freude in seinem Büro in der Steipe mit direktem Blick zur Parfümerie Pierre auf der gegenüberliegenden Hauptmarkt-Seite und auf die Trier-Galerie in der Fleischstraße.