Rat will eigene Station für Kürenz

Trier-Kürenz · Das Einzelhandelskonzept und das Regionalbahnkonzept der Stadt machen derzeit die Runde durch die Trierer Ortsbeiräte. Auch bei der ersten Zusammenkunft des Jahres in Kürenz standen beide Konzepte auf der Tagesordnung.

Trier-Kürenz. Die Mitglieder des Ortsbeirats Kürenz haben das Regionalbahnkonzept der Stadt diskutiert. Dabei kamen auch die Schienenkilometer pro Stadtteil zur Sprache. Wenn überhaupt, konkurriert der Trierer Stadtteil bei den verlegten Schienenkilometern auf eigenem Terrain höchstens noch mit Trier-Ehrang.
Doch die Länge der Kilometer war nicht der entscheidende Grund, warum der einstige Eisenbahner-Stadtteil ein lebhaftes Interesse am städtischen Regionalbahnkonzept hegt. So forderte der Kürenzer Ortsbeirat beim jüngsten Treffen im Treffpunkt am Weidengraben eine eigene Einstiegsmöglichkeit. Verwirklicht werden könnte diese in Höhe der abgerissenen Zementbrücke, so Ortsvorsteher Bernd Michels (CDU). Dort wäre genug Platz, um die notwendige Infrastruktur für einen attraktiven Haltepunkt zu schaffen. Um die Forderung zu untermauern, weist der Rat auf die tagtäglich zu beobachtende extrem hohe Verkehrsbelastung für das Aveler Tal und für Kürenz insgesamt hin.
Einen Seitenhieb Richtung Verwaltung mochte sich Ortsteilchef Michels nicht verkneifen: Die Verwaltung möge die Angelegenheit nicht auf den "St.-Nimmerleinstag schieben", wie es bei der Ortsumgehung zu vermuten sei. Nichtsdestotrotz beschäftigte sich die Ratsmannschaft sehr intensiv mit diesem Punkt. Auf wenig Gegenliebe dabei stießen die Planungen, den Schwerpunkt der Regionalbahn auf den westlichen Teil von Trier zu konzentrieren. Ratsmitglied Johannes Verbeek (parteilos) warnte davor, "unseren Teil", sprich den östlichen Bereich, zu vernachlässigen.
Die Stadt habe wohl an Kürenz gedacht, aber ohne sich auf einen Zeitrahmen festzulegen, meinte Bernd Michels leicht ironisch: "Wer ein totes Pferd reitet, der kommt nicht weit." Bei der folgenden Abstimmung sprachen sich acht Ratsmitglieder für die Annahme des Konzepts aus, zwei enthielten sich.
Mit dem gleichen Abstimmungsergebnis billigte der Ortsbeirat ebenfalls das städtische Einzelhandelskonzept. Die City müsse weiterhin attraktiv bleiben. Einschränkung: Das Vor-Ort-Angebot sollte so gestrickt sein, dass der Kaufinteressent nicht für jede Haarbürste in die Stadt fahren müsse.
Die Kürenzer denken dabei auch an eine Verkehrsentlastung. Durch die für den Stadtteil gute Situation bei der Einzelhandelsversorgung seien die 7000 Quadratmeter an Verkaufsfläche so gut wie vergeben: "Viel mehr geht nicht", unterstrich der Ortschef. Vielleicht reiche es ja noch für einen Drogeriemarkt. Ein solcher soll sich laut Bernd Michels für eine Ansiedlung in Kürenz bereits interessieren. Enormes Entwicklungspotenzial böte sich im Bereich Walzwerk und Trierer Güterbahnhof.
In der dritten und letzten Abstimmung des Abends ging es um den Flächennutzungsplan 2025. Anfreunden konnte sich der Rat damit, den Bereich Aveler Tal Ost ortsbildtypisch zu bebauen. Richard Haas (Bündnis 90/Grüne) wies auf den stark frequentierten Fußweg hin. Sollte dieser wegfallen wegen der Neubauten, müsse eine Alternative geschaffen werden. LH