Ratssitzungen sollen in Trier barrierefrei werden - Auch Live-Schriftübersetzungen?

Inklusion : Ratssitzungen in Trier sollen barrierefrei werden - Auch Live-Schriftübersetzungen?

Barrierefreie Stadtratssitzungen könnten in Trier ab dem Sommer Realität werden. Doch der Rat muss entscheiden, ob das Geld für die Live-Schriftübersetzungen ausgegeben werden soll.

Die öffentlichen Sitzungen des Trierer Stadtrats werden im offenen Kanal live übertragen und sind auch Tage danach online abrufbar. Zudem besteht für jeden Bürger die Möglichkeit, die Debatten und Entscheidungen im großen Rathaussaal persönlich zu verfolgen. Für Rollstuhlfahrer ist das zumindest so lange kein Problem, sofern nicht der enge Bereich das Ziel ist, in dem die Pressevertreter und die Mitarbeiter der Verwaltung ihre Plätze haben.

Da sich der Stadtrat und die Verwaltung das Ziel gesetzt haben, das Rathaus und dessen Angebote barrierefrei zu machen, soll es nun auch für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen Verbesserungen geben. Das war am Dienstagabend Thema im Steuerungsausschuss, in dem die Stadtratssitzung am 17. Dezember vorbereitet wurde. So könnten ab Sommer 2020 die Sitzungen durch eine Live-Schriftübersetzung ergänzt werden. Nach ersten Schätzungen der Verwaltung würde das etwa 3000 Euro pro Sitzung kosten, was sich über das Jahr auf 30 000 Euro summieren würde. „Das ist deutlich mehr als ursprünglich angedeutet“, bemerkte Oberbürgermeister Wolfram Leibe. Eine Gegenfinanzierung im Verwaltungshaushalt gebe es derzeit nicht. Dennoch wird die Stadt in Absprache mit dem Rat die Details für die Einführung von Schriftübersetzungen klären. Die letzte Entscheidung trifft dann der Stadtrat.