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Raum nahezu doppelt so teuer wie gedacht

Raum nahezu doppelt so teuer wie gedacht

Möglicherweise nahezu doppelt so teuer wie geplant wird die Erweiterung der Grundschule Welschbillig. Grund: Ein ursprünglich als neue Klasse vorgesehener Raum hat sich als zu klein erwiesen.

Welschbillig. Der Nachwuchs aus Welschbillig ist der Verbandsgemeinde Trier-Land lieb und teuer. Ursprünglich sollte in der früheren Lehrerwohnung ein weiterer Klassenraum entstehen. Daraus wird nichts. Nun wird der Mehrzweck- zum Klassenraum und soll die Lehrerwohnung zum Mehrzweckraum werden. Die Ausgangslage: 30 Eltern haben ihre Kinder für die erste Klasse der Grundschule Welschbillig angemeldet. Früher wären die Jungen und Mädchen gemeinsam unterrichtet worden. Doch das Land hat die sogenannte Klassenmesszahl gesenkt, sodass ab 25 Schülern zwei Klassen gebildet werden. Doch dafür ist nicht genug Platz in dem Gebäude aus dem Jahr 2010. Der Plan: Früher war es üblich, dass Lehrer in der Schule wohnen. In der Eifelgemeinde ist das schon lange nicht mehr so. Die Ortsgemeinde hatte die Wohnung jedoch vermietet. Und ebendiese Wohnung sollte in einen Klassenraum verwandelt werden. 70 000 Euro sollte das kosten und zum Schuljahresbeginn am gestrigen Montag abgeschlossen sein. Diesem Plan erteilte dann auch der Verbandsgemeinde-Rat Trier-Land seinen Segen. Die VG ist Träger der Schule und muss einen Teil der Kosten übernehmen. Das Land ist ebenfalls finanziell mit dabei, wenn es um die Erweiterung geht. Das Problem: Nach Auskunft der Verwaltung hat sich gezeigt, dass bei normaler Möblierung nur Platz für 16 Schüler ist. 20 hätten reingepasst, wenn Spezialmöbel angeschafft worden wären. Der Umbau der Lehrerwohnung hätte laut Wolfgang Reiland, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Trier-Land, "die Dispositionsmöglichkeiten der Schule sehr eingeschränkt." Schließlich seien die Klassen in Welschbillig meist größer als 20 Schüler. Die Lösung: Damit am heutigen Dienstag alle Klassen ihren eigenen Raum haben, zieht die Klasse 3 in den Mehrzweckraum. Dadurch können nach Auskunft von Schulleiter Adolf Morbach die beiden ersten Klassen nebeneinander untergebracht werden. Nicht zuletzt deshalb, weil in Welschbillig Kinder auch nachmittags betreut werden, wird ein weiterer Raum gebraucht. Der soll nun in der ehemaligen Lehrerwohnung entstehen. Zudem soll ein Förderraum entstehen. Das Ganze hat seinen Preis: Im März war von rund 70 000 Euro die Rede, die in Welschbillig investiert werden sollen. Nun spricht die VG-Verwaltung von 130 000 Euro, die nach einer Schätzung investiert werden sollen. Wie geht es weiter? Erst muss der Haupt- und Finanzausschuss des VG-Rats in seiner Sitzung am Mittwoch über die Vergabe der Arbeiten abstimmen, dann kann gebaut werden. Mitte September soll dann Baubeginn sein. Ziel der VG ist, dass der neue Mehrzweckraum Anfang 2014 zur Verfügung steht. "Bis dahin wird es zwar ein wenig eng werden", sagt Schulleiter Morbach. Doch brauche die Schule den Mehrzweckraum, und sei die Zeit der Bauarbeiten absehbar. Meinung

Kein Grund zur ZufriedenheitGut 70 000 Euro waren es zu Beginn, nun sind es geschätzte 130 000 Euro, die in die Welschbilliger Grundschule investiert werden sollen. Das ist alles andere als eine Punktlandung. Mag sein, dass Bürgermeister Wolfgang Reiland angesichts der Raumnot mit der nun favorisierten Lösung "sehr zufrieden" ist. Trotzdem ist die ganze Angelegenheit einer eher unbefriedigende. Denn möglicherweise ist bei der Erweiterung in der Planungsphase nicht genügend hingeschaut worden. Oder wie ist es anders möglich, dass eine dem VG-Rat vorgestellte Lösung am Ende gar nicht zum Tragen kommt und durch eine knapp 90 Prozent teurere ersetzt wird? Und wann hat der VG-Rat über diese Mehrkosten abgestimmt? Nein, was da in Welschbillig geschieht, ist alles andere als ein Grund zufrieden zu sein. h.jansen@volksfreund.de