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Reaktionen reichen von richtiger Entscheidung bis "Kuhhandel"

So richtig froh mit der Entscheidung der rot-grünen Koalition in Mainz über künftige Verkehrsprojekte rund um Trier ist bisher nur die grüne Kreistagsfraktion. Alle andere prophezeien chaotische Zustände und sprechen von der Abkoppelung des Umlands.

Trier/Ruwer/Schweich. Nun ist es amtlich. Den Moselaufstieg bei Trier und die Nordumfahrung zwischen Trier und Schweich wird es nicht geben. Bei der Bewertung der Folgen dieser Entscheidung gehen die Meinungen weit auseinander. Sie reichen von "richtiger Scherpunktsetzung" bis hin zu einem Kuhhandel.
Bernhard Henter, CDU-Kreistagsfraktion: Wir brauchen den Moselaufstieg für die Verkehrsströme durch die Luxemburg-Pendler und die Erschließung der Saarburger/Konzer Region. Wir brauchen sowohl den Moselaufstieg als auch die Nordumfahrung Trier zur Entlastung und Vermeidung von Staus im Trierer Tal, als auch für die Bürger der Stadt Trier. Was ist von einer, von der Ministerpräsidentin angekündigten Transparenz und Einbindung der Bürger zu halten, wenn im Hinterzimmer ein derartiger "Kuhhandel" abgeschlossen wird, der Stadt und Landkreis verkehrspolitisch aufs Abstellgleis stellt?
Ingeborg Sahler-Fesel, SPD-Kreistagsfraktion: Die SPD im Kreis Trier-Saarburg hat sich immer für die Westumfahrung ausgesprochen. Das Bundesverwaltungsgericht hat den Bau aus gutem Grunde untersagt. Selbst bei einer Anmeldung zum Bundesverkehrswegeplan ist bei der Finanzlage und den Widerständen in der Bevölkerung und den Naturschutzverbänden nicht mit einer Umsetzung zu rechnen. Mit der Reaktivierung der Weststrecke von Trier mit fünf zusätzlichen Haltepunkten wird ein richtiger Schwerpunkt gesetzt.
Heide von Schütz, Bündnis90/Grüne, Kreistagsfraktion Trier-Saarburg: Katastrophenszenarien, dass nun Wirtschaft und Straßenverkehr zusammenbrechen, werden durch die seit Jahren niedrigen Arbeitslosenzahlen im Kreis - auch ohne Moselaufstieg - deutlich widerlegt. Der Ausbau der Biewertalbrücke verbessert den Verkehrsfluss. Die Reaktivierung der Bahnhaltepunkte an der Trierer Weststrecke entlastet Wasserbilligerbrück, Igel und Zewen vom PKW-Pendlerverkehr.
Hugo Kohl, FWG-Kreistagsfraktion Trier-Saarburg: Der negative Beschluss für den Moselaufstieg und die Nordumgehung um Trier herum ist absolut falsch. Im Prinzip sind beide Investitionen nötig und ein Ausbau in Zeit-Stufen wäre möglich gewesen. Die Menschen in Trier werden in der Tallage dem Verkehr und den Autoabgasen zum Opfer fallen.
Claus Piedmont,FDP-Kreistagsfraktion Trier-Saarburg: In der Region gibt es drei wichtige Verkehrsprojekte. Eins ist nun geschafft. Bei den beiden anderen ist mit der Landesregierung kein großer Wurf zu machen. Moselaufstieg und Nordumfahrung Trier sind dringend notwendig. Wenn nun die Ehranger Brücke gesperrt werden muss, werden chaotische Zustände und lange Staus die Folge sein.
Wolfgang Reiland (CDU), Bürgermeister VG Trier-Land: Vor allem die fehlende Nordumfahrung belastet unsere Gemeinden erheblich. Bereits heute ist die Verkehrssituation im Bereich der Hauptverkehrsachsen von und nach Trier kritisch. Hinzu kommt die erhebliche Umweltbelastung für die Menschen im Moseltal. Ich appelliere dringend an die Landesregierung, ihren Beschluss zu überdenken.
Bernhard Busch (FWG), Bürgermeister VG Ruwer: Die Nord-/Westumfahrung Triers stellt die Anbindung Luxemburgs und damit auch Frankreichs und Belgiens sicher. Schon mit dem Bau der neuen Moselbrücke bei Grevenmacher sind massive Beeinträchtigungen vorherzusehen.
Die Nord-/Westumfahrung Triers faktisch notwendig. Deshalb bleibt sie auf der Agenda.
Christiane Horsch (CDU), Bürgermeisterin VG Schweich: Die Verbandsgemeinde Schweich ist extrem vom überörtlichen Transitverkehr betroffen. Den hätte man mit der Realisierung der Straßenprojekte aus dem Moseltal herausholen können. Die Sanierung der Ehranger Brücke wird die Verkehrsbelastung weiter verschärfen. har