Reformiert und renoviert

TRIER. Im Zuge der Forstreform wurde die Anzahl der Forstamtsstandorte im Land um rund die Hälfte reduziert. Auch in Trier griff die Verschlankung: Die ehemaligen Forstämter mit Sitz in Kasel und Quint sind zusammen gelegt worden. Standort des neuen Forstamts Trier ist das alte Forsthaus in Quint – das zu diesem Zweck in den letzten Monaten aufwändig umgebaut wurde.

Etwas oberhalb von Trier-Quint, idyllisch am Rand des Meulenwalds und unweit des Quinter Bachs, liegt das Trierer Forstamt. Früher beherbergte das Gebäude das Quinter Forstamt und die Försterfamilie Frömsdorf, heute ist es Sitz des nach der Forstreform neu entstandenen Forstamts Trier. Vor knapp zwei Monaten sind die Mitarbeiter in die beim Komplett-Umbau neu entstandenen Büroräume eingezogen. Zurzeit wird das Außengelände hergerichtet. Schließlich hat das Forstamt Trier nicht nur ein neues Gebäude, sondern auch neue Aufgaben bekommen. "Personalabbau, aber keine Entlassungen"

"Es gibt Personalabbau, aber keine Entlassungen", sagt Forstamtsleiter Gundolf Bartmann, der die Leitung des neu zugeschnittenen Amtes im Januar 2004 übernommen hat. "Dafür haben wir zusätzliche Aufgabengebiete, und die alten Tätigkeitsfelder sind neu zugeschnitten worden." So hat der Ex-Leiter des Amtes in Quint, Ulrich Frömsdorf, die kommissarische Leitung des Wittlicher Forstamtes übernommen. Der Leiter des alten Forstamts Trier, Georg Schubach, ist jetzt Gebietsreferent für die Forstämter in der Eifel. Statt ehemals 13 Forstreviere gibt es nur noch elf, mit dem Pensionierungsprozess sollen weitere Revierförsterstellen abgebaut werden. 13 weitere "forstliche Mitarbeiter" und Angestellte arbeiten in den Büros des Forstamts. "Neu ist, dass wir drei Produktleiter und einen Trainer für Arbeitssicherheit haben, die auch überregional bis Bitburg, Wittlich, Saarburg, Hermeskeil und Morbach zuständig sind", erklärt Bartmann. Auch die zwei Revierförster, deren Stellen bereits gekürzt wurden, haben neue Aufgaben übernommen: Als Büroleiter und als technischer Produktionsleiter, zuständig für Organisation und Ablauf der Waldarbeiten, haben sie das neue Amt bezogen. Zwei weitere Felder, auf denen das Forstamt auch früher schon tätig war, haben durch neu beschriebene Stellen an Gewicht gewonnen: Für die "Öffentliche Planung" ist Markus Bauer zuständig, der in Stellungnahmen des Forstes zu Straßenbauvorhaben, Windkraftanlagen, Wanderwegen, Mountainbike-Strecken oder Ausgleichsflächen die Belange des Waldes vertritt. Auch das Arbeitsfeld des "Projektberaters Biomasse" hat in Zeiten, in denen durch steigende Erdölpreise Holz als Lieferant für Energie und Wärme wieder hochinteressant ist, große Bedeutung erlangt. "Paul Schilling berät zum Beispiel Kommunen bei größeren Heizanlagen-Sanierungen über die Möglichkeiten von Hackschnitzel oder Pellets und prüft, wie sich die Nachfrage nach Brennholz entwickelt", erklärt Bartmann. Doch auch seine direkten Kontakte zu den Bürgern - speziell Familien und Kindern - baut das Forstamt aus. Umweltbildung und Waldpädagogik werden professionell betreut: Marc Backes, der bei der Landesgartenschau für das "Haus des Waldes" zuständig war, organisiert Führungen und Projekttage. Das im Forstamt neu eingerichtete "Meulenwaldzimmer" ist gedacht als Seminar- und Schulungsraum und für öffentliche Infoveranstaltungen zu den Themen Umwelt, Forsten und Naturschutz. Dabei soll mit freien Veranstaltern und Organisationen, zum Beispiel der Lokalen Agenda oder den Naturfreunden Quint, zusammen gearbeitet werden. Auch das Gelände rund um das Amt wird so gestaltet, dass es von Schulen, Vereinen und Verbänden genutzt werden kann: Durch den angrenzenden Meulenwald soll ein Walderlebnispfad führen. Eine Lichtung wird als Treffpunkt hergerichtet. "Vielfältige Veranstaltungen sind denkbar - sogar kleinere Waldkonzerte", sagt Bartmann, der sich sichtlich über die neuen Möglichkeiten seines Amtes freut. Zur Einweihung des neuen Standortes lädt das Forstamt Trier für den 17. September ab 11 Uhr zum Waldfest ein. Neben Informationen über die Forstarbeit gibt es ein Rahmenprogramm. Staatsministerin Margit Conrad wird erwartet, unter anderem machen die Jagdhornbläser "Freischütz" Musik, beim Waldprogramm locken "Waldkunst, Waldzauber und Waldmärchen", es gibt Walderlebnisspiele, Bogenschießen und eine Jagdhunde- und Greifvogelschau.