Regen-Rap im Hochsommer

26 Kinder studieren seit Jahresbeginn unter Leitung von Gesangspädagogin Astrid Hering das Musical Noah ein. Das von Hering und Kantor Martin Bambauer geschriebene Bühnenwerk feiert am Samstag, 18. Juli, Premiere. Die jungen Akteure des Kinderchors der Evangelischen Kirchengemeinde sehen der Sintflut gelassen entgegen.

Trier. "Mehr Schwung, ruft mir zu!" Die Sechs- bis Elfjährigen folgen ihrer Chorleiterin und unterstützen die Aufforderung "Sonne scheine" mit weit schwingenden Armen. Professionell setzen sie weitere Körperbewegungen bei ihren Stimmbildungsübungen und dem Einsingen ein.
Voluminös, wortdeutlich und akzentuiert rappen sie dann den Regen. Begeistert singen und schauspielern sie, schwenken eifrig Schirme in allen Farben des Regenbogens. Dass sie trotz hochsommerlicher Temperaturen dabei Regenjacken tragen, scheint sie nicht zu kümmern.
Pantomime in Zeitlupe


Der zwölfjährigen Amelie gefällt die Mischung aus Musik, Schauspiel und Verkleidung. Lukas, acht Jahre alt, ergänzt: "Es ist anstrengend, den Text auswendig zu lernen. Aber wenn man ihn dann kann, macht es Spaß."
Während Noah nachdenklich seinen Sologesang anstimmt ("Was um mich her geschieht, lässt mir keine Ruh'!"), bewegen sich die Chormitglieder, die unterschiedlichen Konfessionen angehören, pantomimisch in Zeitlupe. Das haben sie während der Chorfreizeit in Bollendorf gelernt und geübt.
Sie nutzen die vielen Möglichkeiten der Artikulation, die das Musical ihnen bietet: Singen, Sprechen, Stehen, Sitzen und verschiedene Bewegungsarten sorgen ebenso dafür, dass keine Langeweile auftritt, wie die unterschiedlichen Rhythmen und Gesangsstücke. Chor-, Ensemble- und Sologesang wechseln sich ab. Neben dem flotten Regen-Rap stehen gesprochene Dialoge
Diszipliniert begeben sich die "Tiere" in Zweiergruppen in die Arche und tragen im Duett sehr textverständlich ihre Bedenken vor. Die Mäuse mit großen, grauen Ohren und in grauem T-Shirt bezweifeln, satt zu werden. Die Giraffen mit gepunkteten gelben Papiermasken und gelbem T-Shirt befürchten, sich am Kopf eine Beule zu holen.
Bunt sind Bühnenbild, Requisiten und Kostüme, für die ebenfalls Hering verantwortlich ist. Eltern helfen mit, beispielsweise beim Nähen und Malen.
Als Astrid Herig erklärt, dass es nur eine Probe zusammen mit allen fünf Instrumentalisten gibt, herrschen Schweigen und Unsicherheit, die sich aber nach Lob und Zuspruch der Leiterin legen. Diese Probe war, auch wenn mal ein Einsatz wiederholt werden musste, schon sehr gut. Der Sintflut können die jungen Akteure gelassen entgegen sehen. Der ein und andere rappt noch einmal den Regen. mabi
Aufführungen am Samstag, 18. Juli, und Sonntag, 19. Juli, jeweils um 16 Uhr im Caspar-Olevian-Saal (Mustorstraße, an der Basilika). Der Eintritt ist frei, um eine Spende zur Deckung der Kosten wird gebeten.