1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Region im Topf, Sieg in der Tasche

Region im Topf, Sieg in der Tasche

Als Konkurrentinnen, aber auch als Team sind Anna Hoff und Roswitha Bellersheim beim Wettbewerb für Hauswirtschaft-Azubis auf Landesebene angetreten. Platz eins und zwei - das ist das Ergebnis nach der zweitägigen Leistungsprüfung. Beide Triererinnen vertreten die Stadt und das Land Rheinland-Pfalz im März beim Bundeswettbewerb in Schleswig.

Trier. "Die anderen waren auch sehr gut, haben gute Stände, gute Präsentationen abgeliefert. Aber wir haben es uns so sehr gewünscht", sagen Anna Hoff und Roswitha Bellersheim. Das Adrenalin hat sie kurz nach der Siegerehrung immer noch fest im Griff. Sie umarmen sich, lachen, freuen sich, sind stolz. "Das war der Traum, dass wir beide zusammen nach Schleswig gehen."

Die beiden 20-Jährigen absolvieren ihre Hauswirtschafstlehre in Trier, Roswitha in der Wilhelm-Hubert-Küppers-Schule, Anna im Brüderkrankenhaus. Sie kennen sich aus der Berufsbildenden Schule, haben im Betrieb der jeweils anderen hospitiert. Und sie sind Freundinnen, haben sich gemeinsam auf den Wettbewerb, den die Landesarbeitsgemeinschaft Hauswirtschaft seit 20 Jahren für Azubis ausrichtet, vorbereitet. "Wir haben uns gegenseitig unterstützt, obwohl jeder sein Ding durchgezogen hat." Der Doppelsieg ist für beide "Bestätigung, dass wir uns den richtigen Beruf ausgesucht haben und dass wir gut sind". Es ist aber auch "eine gute Übung und Vorbereitung auf die Prüfung".

Von der Kalkulation, der Bestellung der Lebensmittel und benötigten Geräte, über die Planung, welche Gerichte wie präsentiert, dem Auftraggeber und den Kunden im Gespräch und an Infoständen schmackhaft gemacht werden bis zum Zeitmanagement und zur Zubereitung eines Hauptgerichts - Eintopf oder Auflauf - sowie zwei Backwaren-Sorten in 105 Minuten - die gesamte Aufgabe stand unter der Vorgabe, landestypische, regionale Gerichte mit saisonalen Produkten einfallsreich und appetitlich unter Berücksichtigung eines begrenzten Budgets anzubieten. Mit "Bohnenschlupp" und "Nonnenfürzchen" hat Anna Hoff die dreiköpfige Jury aus Hauswirtschafts-Experten überzeugt. "Das war richtig rund in der Zusammenstellung der einzelnen Komponenten und in der Beschaffenheit", schwärmt auch Margot Bauer von der Aufsichts- und Dientsleistungsdirektion Trier.

Der positive Nebeneffekt neben wertvoller Erfahrung, Sicherheit, Teamgeist, persönlichem Erfolg und einem Beitrag für die Bewerbungsunterlagen: Imagepflege für den Beruf. "Damit kann man zeigen, dass Hauswirtschaft nicht Putzen bedeutet, wie viele Leute denken, sondern dass da viel mehr dazu gehört", sagen die Siegerinnen.

Die Zeit drängt, der nächste Wettbewerb steht an



Viel Zeit haben Anna und Roswitha nicht, sich auf ihrem Erfolg auszuruhen. Bereits während der Siegerehrung haben sie die Unterlagen für die Teilnahme am Bundesentscheid erhalten. Zügig müssen sie mit der Vorbereitung beginnen. Thema: Klimawandel und Nachhaltigkeit. "Auch da werden wir uns unterstützen." Denn sie ergänzen sich gut: Roswitha ist Profi in der Theorie, Anna macht in der Praxis eine besonders gute Figur. "Wir sind ein starkes Team."

Platz drei wurde doppelt vergeben: Susanne Brod lernt bei der Geschwister de Haye'sche Stiftung in Koblenz, Katrin Eberz im Kloster Maria Hilf in Dernbach.