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Region Trier: Einbrüche in Metallbetriebe - Haft für 32-Jährigen

Haftstrafe für 32-Jährigen : Diebesbande hatte Kupfer, Zinn und Maschinen auf dem „Einkaufszettel“

Wegen Beteiligung an Einbruchsserie in Metallbetriebe: Das Landgericht Trier hat einen 32-Jährigen zu einer Haftstrafe verurteilt.

Wegen schweren Bandendiebstahls in vier Fällen hat die Dritte Große Strafkammer des Landgerichts Trier einen 32-Jährigen zu drei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Außerdem wurden von ihm mehr als 2000 Euro als Gewinn aus Straftaten eingezogen.  Um die strafrechtlichen Voraussetzungen für den schweren Bandendiebstahl  zu erfüllen, müssen die Täter gemeinsam handelnd in einer Gruppe vorgehen und dabei in fremde, umschlossene Räume eindringen, um an die begehrte „Ware“ zu gelangen – so die Definition von  Einbruch. Im vorliegenden Fall handelte es sich um Gelände und Bauten von metallverarbeitenden Firmen im deutschen Westen. Als Beute gesucht waren Metalle, bevorzugt aber Kupfer (am Markt sehr gefragt), Maschinen, Werkzeuge und Autoteile falls am Einbruchsort greifbar.

Den nun wegen dieser „Heavy-Metal-Leidenschaft“ verurteilten 32-Jährigen  hatte im Sommer 2022 die Trierer Polizei gefasst. Der Rest der Truppe  war derweil schon über alle Berge  und blieb es bis heute.   Der Angeklagte stammt aus Rumänien, ist verheiratet und lebt seit Jahren mit seiner Familie in Frankreich. Das Paar hat drei kleine Kinder. Doch nun sitzt der Mann  fern der Familie quasi stellvertretend für den Rest der Truppe neben seiner Verteidigerin Suzan Ajami vor der Trierer Kammer und hört, was Staatsanwältin Nicole Schneider als Anklage vorzutragen hat.

Fall I:  Am 13. Juni 2022 Einbruch bei einem Völklinger Metallverarbeiter. Der Wert der erbeuteten Metalle wird mit  40.000 Euro beziffert. Dazu noch hoher  Sachschaden an der Betriebseinrichtung.

Fall II: Versuchter Einbruch am 28. Juni bei einem Mainzer Betrieb. Es schreit  jedoch die Alarmanlage los und bringt die Polizei auf den Plan. Später schildert dazu eine leitende Angestellte als Zeugin, wie die Täter vor den Augen der Polizei aber zum Ergreifen  zu weit über eine Mauer verschwanden.

Fall III: Einbruch am 8. Juli in eine  Trierer Metallfirma. Der Wert des erbeuteten Kupfers und anderer Metalle beträgt rund 16.000 Euro.

Fall IV: Nochmal die Firma in Völklingen am 19. Juli. Metalle und Geräte im Wert von rund 40.000 Euro wurden mit zwei Fahrzeugen abtransportiert.

Fall V:  Einbruch am 15. August bei einer Firma in Malterdingen (Baden-Württemberg). Beute angeblich Autoteile, Baumaschinen, dazu rund 1800 Kilogramm Metalle. Wert angeblich 60.000 Euro. Die Crux hierbei ist, dass die Täter die eher für einen 30-Tonnen-LKW geeignete  Fuhre mit einem Ford Transit abtransportiert haben sollen. Ein Punkt, über dessen Glaubwürdigkeit der Vorsitzende Richter Armin Hardt später laut nachdenken wird: „Aber es ja nicht unsere Sache, wie eine Firmenleitung mit ihrer Versicherung abrechnen will.“

Nach Verlesung der Missetaten bittet Verteidigerin Ajami um ein verfahrensverkürzendes Rechtsgespräch mit Kammer und Staatsanwältin. Die bekannten Folge des nichtöffentlichen Verfahrens: Legt der Angeklagte ein volles Geständnis ab,  wird ihm ein nach unten gesetzter und begrenzter Strafrahmen zugesichert.   So das Ergebnis  auch hier: Für den Fall eines Geständnisses wird dem Angeklagten eine Haftstrafe von mindestens drei Jahren und nicht mehr als drei Jahren und sechs Monaten zugesichert. Nach erneuter Rücksprache mit seiner Anwältin legt der Angeklagte ein Geständnis ab und gesteht zunächst die Mitwirkung an den Fällen I bis III. Er habe immer als Fahrer fungiert und mit Ausnahme der gescheiterten Aktion in Mainz dafür  so um die 500 Euro erhalten.

Bei den Fällen IV  und V streitet er zunächst eine Beteiligung ab. Dabei wird sein beschlagnahmtes und von der Polizei ausgewertetes Handy zum Helfer wie  zum  Verräter. Die darauf abgespeicherten Daten beweisen, dass er sich am 18.  Juli im Fall IV  (Völklingen)  bei seiner Mutter in Rumänien aufgehalten hatte.  Dagegen verraten die Daten vom 15. Juni seine Mitwirkung bei Fall V in Malterdingen. Der Angeklagte versucht das zunächst auf die Schiene  „Ich hatte das Handy für die Aktion an einen Bekannten verliehen“  zu schieben. Das kommt aber beim Vorsitzenden Hardt nicht so an. Auf dessen mehrfaches Nachbohren räumt der Angeklagte schließlich die Mitwirkung im Schwabenländle ein. Die versprochenen 1300 Euro dafür hätte er aber nie erhalten. 

Staatsanwältin Schneider beantragt mit drei Jahren und sechs Monaten eine Strafe am obersten Rand der Vorgabe. Verteidigerin Ajami bittet um ein angemessenes Strafmaß im vorgegebenen Rahmen. So entscheidet dann  die Kammer: drei Jahren und drei Monate  Haft. Erklärungen können wegen der Absprache erst nach zwei Wochen abgegeben werden.