Regionale ländliche Baukultur ist bundesweit spitze

Regionale ländliche Baukultur ist bundesweit spitze

Winzerhäuschen in Longuich und ein Bauernhof aus Hofweiler sind mit dem Deutschen Landbaukultur-Preis ausgezeichnet worden.

(red) Die Wahl fiel der Jury nicht leicht. Sieben Mal sind Neu- oder Umbauten auf dem Land so herausragend gelungen, dass sie jetzt mit dem Deutschen Landbaukultur-Preis oder einer besonderen Anerkennung ausgezeichnet wurden. Die drei besten der 150 Wettbewerbsbeiträge zum Deutschen Landbaukultur-Preis sind: Die idyllischen Winzerhäuschen des Weinkulturgutes Longen-Schlöder an der Mosel, Gut Dollrott im Kreis Schleswig-Flensburg und das Press- und Kelterhaus auf dem Weingut Brennfleck in Unterfranken. Die Hauptpreise, mit jeweils 10 000 Euro dotiert, wurden in der Schinkelschen Bauakademie in Berlin überreicht. Heiner Farwick, Präsident des Bundes Deutscher Architekten und Vorsitzender der Jury, würdigte die Bauten als Zeichen einer vielfältigen Baukultur auf dem Land. Alle Preisträger sind aktive Landwirte oder Winzer. Sie belegen, wie stilsicher und ansprechend auf dem Land gebaut wird.
Drei Anerkennungspreise in Höhe von jeweils 5 000 Euro gehen in die Kreise Bernkastel-Wittlich, Trier-Saarburg und nach Thüringen. Den Umbau eines Bauernhofes zur Hofmolkerei zeichnete die Jury mit einem Anerkennungspreis aus. Landwirt Stefan Engel aus Hetzerath (Kreis Bernkastel-Wittlich) hat damit nach Urteil der Jury eine vorbildliche Lösung für die nach Aussiedlung der Milchkühe leerstehenden Ställe gefunden. Eine angrenzende Scheune wurde zum Wohnhaus umgebaut. Sowohl die Fassadengestaltung als auch die Innenräume befand die Jury für preiswürdig. Für den Scheunenumbau auf einem typischen Eifeler Bauernhof erhält Stefan Schiltz aus Welschbillig-Hofweiler eine Anerkennung. Die als Trierer Langhaus bekannte Gebäudeform besticht in neuer Ausführung als Wohnraum durch "die sehr hohe architektonische Qualität, die spannungsvoll gesetzten neuen Fensteröffnungen und die sorgsam gestalteten Details". Der Jury gefiel vor allem, dass die "Scheune" dem Haupthaus des weiterhin bewirtschafteten Hofes die Hauptrolle lässt. An der ehemaligen innerdeutschen Grenze befindet sich der historischeVierseitenhof Bauer von Bauherrin Kristina Bauer im thüringischen Sickenberg. Das denkmalgeschützte Ensemble wurde nach und nach restauriert, Wohngebäude, Stallungen, Torhaus und historisches Backhaus wurden nach baubiologischen und denkmalpflegerischen Grundsätzen erneuert.