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Regionaler Klimagipfel: Neue Strukturen bei Energieversorgern

Regionaler Klimagipfel: Neue Strukturen bei Energieversorgern

Über die Atomkraft und ihre Risiken haben die Teilnehmer des elften regionalen Klimagipfels der Lokalen Agenda 21 Trier diskutiert. Mit dabei: der Träger des Alternativen Nobelpreises Mycle Schneider.

Trier. Seit der Katastrophe in Fukushima sind auch in der Region Trier die Risiken und Folgen der Atomkraft verstärkt in den Fokus der öffentlichen Debatte gerückt. Beim elften Klimagipfel der Lokalen Agenda 21 Trier wurde am Freitag über die "Energiewende im Schatten von Cattenom, Bure und der Atomwirtschaft" diskutiert.
Über 60 Besucher verfolgten die Veranstaltung mit Vorträgen und einer Diskussionsrunde an der Universität Trier.
Atomgegner aus Deutschland und Frankreich wiesen vor allem auf die möglichen Gefahren durch das französische Kernkraftwerk in Cattenom hin, von dem immer wieder Zwischenfälle bekannt werden. Auch vom geplanten Atommüll-Endlager Bure in Lothringen gingen unabsehbare Folgen für Menschen und Umwelt aus. Die weitere Entstehung von atomarem Abfall könne nur durch die möglichst schnelle Stilllegung von Atomkraftwerken erreicht werden.
Als Energieexperte war der Träger des Alternativen Nobelpreises Mycle Schneider geladen. Aus seiner Sicht ist die Atomkraft in technischer, wirtschaftlicher sowie energiepolitischer Hinsicht veraltet. In seinem Vortrag sprach sich Schneider daher für die Entwicklung intelligenterer Energiedienstleistungen aus. Für die Zukunft sieht er eine Verlagerung der Stromerzeugung von den wenigen Großkonzernen hin zu dezentralen Strukturen, die untereinander vernetzt sind.
Der Vorsitzende der Lokalen Agenda 21, Professor Bernd Hamm, verbindet die Energiewende auch mit einer stärkeren Beteiligung der Bürger.
Trotz der Herausforderungen jenseits der französischen Grenze attestierte Hamm dem Land Rheinland-Pfalz eine positive Entwicklung. In der Stromerzeugung sei der Durchbruch im Hinblick auf erneuerbare Energien geschafft. maf