Tourismus: Regionalinitiative Mosel: Die Stadt Trier steigt aus

Tourismus : Regionalinitiative Mosel: Die Stadt Trier steigt aus

SPD, Grüne und FDP lehnen die von der Verwaltung vorgeschlagene Bewährungsprobe für das Projekt ab.

Die Stadt Trier steigt aus der Regionalinitiative Mosel aus. Das hat der Stadtrat am Dienstagabend mit einer knappen Mehrheit  beschlossen. Lediglich die CDU- Fraktion hatte sich intensiv dafür eingesetzt, dem Vorschlag der Verwaltung zu folgen und einer Neuausrichtung der seit 2006 bestehenden Initiative zuzustimmen, an der unter anderem auch die Kreise Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich und Cochem-Zell beteiligt sind.   Ziel sollte eine übergreifende Markenbildung von Tourismus, Wein, Kultur sowie regionalen Produkten und Erzeugern sein. Die Bündelung von Strukturen und  Ressourcen sei vor dem Hintergrund verschärfter und komplexer Wettbewerbsbedingungen wichtig.

Gemeinsam mit den beteiligten Kreisen sollte die Stadt Trier die Finanzierung einer Geschäftsstelle für zunächst fünf Jahre sichern. 29 000 Euro wären der dafür notwendige Anteil aus Trier. Hinzu kommen sollten drei Jahre lang 3800 Euro für ein Leader-Förderprogramm. „Ich hätte der Marke Mosel gerne noch eine Chance gegeben“, sagte Kulturdezernent Thomas Schmitt, nachdem SPD, Grüne und FDP ihre Ablehnung signalisiert hatten. Einhellig beurteilten die Sprecher dieser Fraktionen, dass sie von dem Konzept nicht überzeugt seien. Es sei von dem Sprecher der Initiative trotz ausdrücklicher Bitte keine Meilensteinplanung vorgelegt worden, wie die Ziele erreicht werden sollen.

Thorsten Wollscheid versuchte für die CDU, mit einem Änderungsantrag doch noch eine positive Entscheidung herbeizuführen. „Wir sind verpflichtet, für die Marke Mosel zu kämpfen. Wir sollten dem zumindest für drei Jahre eine Chance geben.“

Die doppelte Abstimmung bot zumindest eine kuriose Entwicklung. Denn der Änderungsantrag der CDU fand überraschend mit 22 Ja-Stimmen, 21 Nein-Stimmen und vier Enthaltungen eine Mehrheit. Das entscheidende Gesamtvotum über die aktualisierte Vorlage der Verwaltung lehnten dann aber 24 Ratsmitglieder ab, bei 21 Ja-Stimmen und einer Enthaltung. Ob die Regionalinitiative eine Zukunft hat, ist damit ungewiss geworden.

Mehr von Volksfreund