Reichlich Lesestoff, aber auch Sturm und Regen bei StadtLesen

Festival „StadtLesen“ auf dem Domfreihof : Reichlich Lesestoff, aber auch Sturm und Regen

Veranstalter ziehen trotz einigen Wetterkapriolen sehr positive Bilanz der sechsten Auflage des Festivals StadtLesen auf dem Domfreihof.

Bücher: top! Andrang: sehr gut! Wetter: so lala! So lässt sich in Kurzform die sechste Ausgabe des Festivals StadtLesen auf dem Trierer Domfreihof zusammenfassen, das am Sonntag mit dem Familienlesetag zu Ende ging. „Wir waren mit der Besucherzahl sehr zufrieden, die Menschen waren sehr interessiert an den Büchern, am Schmökern und an den vielen Angeboten unserer Partner“, sagte Caroline Thielen-Reffgen vom Kommunalen Bildungsmanagement  der Stadt, aber: „Vom Wetter wurden wir dieses Jahr aber nicht unbedingt begünstigt.“

Bereits am Donnerstag fiel die große Eröffnung mit der Schauspielerin Renan Demirkan förmlich ins Wasser, musste vom Domfreihof in die dann aber voll besetzte Stadtbibliothek Walderdorffs verlegt werden. Nicht mehr Glück hatten die Veranstalter - die Salzburger Innovationswerkstatt sowie das Trierer Bildungsmanagement - am Samstag, als just dann ein heftiger Sturm aufzog, als Michael Hain mit seinem Lesetheater „Cowboy Klaus und der fiese Fränk“ loslegen wollte. Diese Veranstaltung ging dann in der Bel Etage im Palais Walderdorff über die Bühne. „Da war richtig was los“, sagte Thielen-Reffgen. Im Anschluss daran wurde für interessierte Eltern noch ein Workshop „Richtiges Vorlesen für Kinder“ angeboten, wo sich einige Eltern sehr individuelle Tipps von Experten einholten.

„StadtLesen am Domfreihof zu veranstalten ist die richtige Entscheidung, denn so haben wir neben einem tollen Platz auch unsere eigenen Ersatzräumlichkeiten direkt vor Ort, wenn es mal regnet oder stürmt“, sagte Rudolf Fries, der Leiter des Trierer Medienzentrums. Sein Fazit: „Mittlerweile ist das Festival so etabliert, dass wir über dem Wetter stehen.“

Letzter Höhepunkt am Sonntag war der Auftritt von Klaus Gottheiner. Der Sinologe, Japanologe, Germanist und Mitglied der Trierer Autorengruppe Scriptum ist der Gewinner des fünften Kurzgeschichtenwettbewerbs von Dieter-Lintz-Stiftung und Trierischem Volksfreund (der TV berichtete am Mittwoch). Für seine Erzählung „Die spanische Einfädelung“ erhielt er als Preisgeld einen Büchergutschein von Georg Stefanus von der gleichnamigen Trierer Buchhandlung. „Wir hatten tolle Bewerbungen zum Thema Humor. Der Siegerbeitrag ist fantasievoll, abgedreht und in seiner Wendung urkomisch“, sagte Annika Lintz, Tochter des 2014 verstorbenen früheren TV-Redakteurs Dieter Lintz und Jurymitglied: „Wir wollen Talenten im Sinne meines Vaters eine Bühne bieten.“

Gottheimers Story beginnt mit einem Knöllchen in der fiktiven Hochwaldgemeinde Eckstein und endet nach einem Banküberfall mit Räuberbraut Linda schließlich im Visier des israelischen Geheimdienstes Mossad, der Inquisition und dem Ende eines Alptraums. 

Daneben waren auch die Themen Grundbildung und der Kampf gegen Analphabetismus ein Fokus von StadtLesen. Nun erhofft man sich in Trier, auch 2020 wieder zu den rund 25 Städten zu gehören, in denen StadtLesen Station macht.

Mehr von Volksfreund