Reichspogromnacht: Das geschah mit den Synagogen im Trierer Land

Reichspogromnacht: Das geschah mit den Synagogen im Trierer Land

Den Synagogen in der Region widerfuhren unterschiedliche Schicksale in der Reichspogromnacht. Die Auflistung zeigt, was mit den jüdischen Gotteshäusern in der Region geschah.

Bernkastel-Kues: Ein SA-Sturmtrupp plündert die Synagoge (1851/52 erbaut) in der Burgstraße, steckt sie aber wegen der benachbarten Fachwerkhäuser nicht in Brand.

Bitburg: Die 1879 eingeweihte Synagoge in der Rautenberg/ Neuerburgstraße/ Römermauer wird geschändet und verwüstet, aber nicht angezündet.

Hermeskeil: Mutwillige Zerstörungen und Plünderungen. Die wahrscheinlich um 1880 erbaute Synagoge in der Martinusstraße brennt nicht. Ein Landwirt stellt sich den brauen Horden in den Weg, weil sein Anwesen in der schmalen Häuserzeile direkt neben dem jüdischen Gemeindezentrum lag. Aus Angst um sein eigenes Hab und Gut habe er den SA-Männern gedroht: "Dem ersten, der hier Feuer legen will, renne ich meine Mistgabel in den Pans."

Konz: Die Inneneinrichtung der 1886 erbauten Synagoge in der Lindenstraße wird völlig zerstört. In Oberemmel und Freudenburg brennen die Synagogen, in Konz-Könen wird das Innere verwüstet.

Saarburg: Der seit 1885 genutzte Betsaal auf dem Schlossberg (hoch über dem Wasserfall) wird geschändet, das Mobilar auf dem Markplatz verbrannt.

Schweich: Die Synagoge (um 1820 erbaut) in der Richtstraße wird von einer Rotte in Zivilkleidung mit Äxten und Brechstangen zerstört und geplündert. Kultgegenstände werden hinausgeworfen. Der Innenraum wird verwüstet und schwer beschädigt.

Wittlich: Das Innere der Synagoge (1908 bis 1910 erbaut) zwischen Himmeroder Straße und Oberstgasse wird demoliert. Zwei Dutzend mit Äxten und Brecheisen bewaffnete Nazitrupps zerschlagen die Bänke, zerstören die rituellen Gegenstände und warfen die Torarollen und Gebetbücher auf den Vorplatz.

(Quelle: www.alemannia-judaica.de, Trierischer Volksfreund, 9.11. 2008)