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Reif für den Kaiserorden

Trier. Fernseh-Showmaster Alfred Biolek (78) erhält am Samstagabend den Kaiser-August-Orden des Trie rer Karnevals. Ausgezeichnet wird der Unterhaltungskünstler für sein soziales Engagement. Der TV hat mit ihm über seine Stiftung und den Preis gesprochen.

Trier. Was haben Karl Moik, Dieter Thomas Heck und Alfred Biolek gemeinsam? Sie alle zählen zu den großen Entertainern der deutschen Fernsehindustrie - und setzen sich mit ihrem berühmten Namen für soziale Projekte ein. Für ihr Engagement zeichnet die Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval (ATK) jedes Jahr prominente Persönlichkeiten mit dem Kaiser-Augustus-Orden aus. Moik und Heck haben die goldene Plakette schon im Schrank, Biolek wird sie am Samstag mit nach Hause nehmen. Die Verleihung erfolgt bei der ATK-Gala, die um 20.11 Uhr in der Trierer Europahalle startet. TV-Redaktionsmitglied Marie-Cathérine Fromm hat vorab mit Biolek über die Auszeichnung gesprochen - und den in Köln lebenden Moderator gefragt, was er mit Karneval am Hut hat.

Guten Tag, Herr Biolek. Sind Sie gut ins neue Jahr gerutscht?
Alfred Biolek: Ja, zu Hause mit ein paar Freunden. Sehr unspektakulär, aber sehr schön und gemütlich.

Eine der ersten Reisen im neuen Jahr führt Sie nach Trier. Was verbinden Sie mit der Moselstadt?
Biolek: Ich kenne Trier leider kaum. Ich war vor zwei Jahren mal wegen eines Stiftungsprojekts für einen Tag dort, aber da lernt man die Stadt ja nicht näher kennen.

Sie haben in Ihrer Karriere schon viele Auszeichnungen bekommen, darunter den Adolf-Grimme-Preis, die Goldene Kamera und das Große Bundesverdienstkreuz. Wie reiht sich in dieser Liste der Kaiser-August-Orden der ATK ein?
Biolek: Das ist schon was Besonderes - schon mal der Name, benannt nach dem Kaiser. Außerdem freut es mich natürlich, dass mein Engagement im Zusammenhang mit meiner Stiftung ausgezeichnet wird, weil sie mir doch sehr am Herzen liegt.
Die Alfred-Biolek-Stiftung setzt sich für Menschen in Afrika ein. Wie kam es zum Schwerpunkt "Hilfe für Afrika"?
Biolek: Ich habe vorher schon viele Jahre im Vorstand der deutschen Stiftung Weltbevölkerung gearbeitet und bin immer wieder nach Afrika gefahren und habe dort sehr intensiv Projekte der Stiftung kennengelernt. Meine Stiftung habe ich gegründet, da es mit meinem Namen leichter ist, Geld zu sammeln. Das gebe ich dann für Projekte der Stiftung Weltbevölkerung aus.

Kommt das Preisgeld des Kaiser-August-Ordens über 5555 Euro der Stiftung zugute?
Biolek: Ja, das Geld wird direkt an die Stiftung überwiesen.

Sie erhalten den Preis der ATK auch für Ihr Lebenswerk. Fühlen Sie sich denn schon reif, für Ihr gesamtes Schaffen geehrt zu werden?
Biolek: Ja! Ich werde in eineinhalb Jahren 80 - wie alt soll man noch werden, um reif dafür zu sein?

Den Preis verleiht Ihnen der Trie rer Karneval. Sie selbst leben in Köln - wie ist da Ihr Verhältnis zum Karneval?
Biolek: In Köln nicht sehr stark, da mache ich nicht so richtig mit. Ich bin in Schlesien geboren und habe nie als jüngerer Mensch irgendwo Karneval erlebt. Und wenn man das nicht gewöhnt ist, ist es sehr schwer, sich als Erwachsener da einzufinden.

Wie passt da der Preis einer Karnevalsgesellschaft?
Biolek: "Es hat mich sehr überrascht, dass eine Karnevalsgesellschaft einen Preis für soziales Engagement vergibt. Das passt ja eigentlich nicht zum Karneval, der ja eher etwas Fröhliches, Leichtes ist. Das ist ungewöhnlich, aber hat mich sehr beeindruckt." maf
Extra

Alfred Biolek wurde 1934 in Freistadt im heutigen Tschechien geboren und zog 1946 mit seiner Familie nach Waiblingen bei Stuttgart. Der promovierte Jurist wurde im deutschen Fernsehen bekannt mit Sendungen wie "Bio\\'s Bahnhof", "Showbühne" und "Mensch Meier"; der Durchbruch gelang ihm als Produzent des Formats "Am laufenden Band" mit Rudi Carrell. Später moderierte er die Talkshow "Boulevard Bio" und die Kochsendung "alfredissimo". Heute steht er nicht mehr vor der Kamera. Seit vielen Jahren engagiert sich Biolek unter anderem mit seiner Stiftung für junge Menschen in Afrika. maf