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„Reif für die Kunst“ – Diamanten im Stadtmuseum Simeonstift Trier

Vortrag : Trierer Designer spricht über Diamanten und andere faszinierende Edelsteine

In der Reihe „Reif für die Kunst“ gab es bei einem Vortrag mit Schau im städtischen Museum Simeonstift Trier „geschliffenes“ Wissen über Edelsteine. Markus Ehrhard beantwortete viele Fragen.

Kein geringerer als James Bond 007 – und der Schurke Ernst Stavro Blofeld – wussten um den bleibenden Wert von Klunker­steinen. Deshalb sang Shirley Bassey 1973 im Bondfilm „Diamonds are for­ever“ treffenderweise die gleichnamige Titelmusik. Genau um diese unvergängliche Faszination von Edelsteinen ging es bei der Schau „Historische Diamanten und ihre Geschichte“ in der Veranstaltungsreihe „Reif für die Kunst“ am Freitag im städtischen Museum Simeonstift in Trier.

Das Publikum hatte viele Fragen rund um den Mythos Edel­steine mitgebracht. Alles, was die Be­sucher über Diamanten (und andere Edelsteine) wissen wollten, beantwortete der Trierer Mode­designer Markus Ehrhard in seiner Präsentation zur Juchem-Ehrhard-Sammlung mit Stücken aus seinem geerbten und von ihm vervollständigten „Sammelkasten“. Darin finden sich meist Edeltopas und Bergkristall für die Nachbildungen. Und Markus Ehrhard – der Enkel – muss es wissen, stammt er doch aus einer wasch­echten Edelstein­schleifer-­Dynastie. Großvater wie Vater waren in dem Metier erfolgreich tätig, in das es schließlich auch ihn zog, nach anfänglichen beruflichen Ausflügen in die (Mode-)Welt „der Schönen und Reichen“. Dominantes Nach­bildungs-­Exponat: Der „Cullinan“, der größte jemals gefundene Diamant aus einer Mine in Südafrika. Für ihn wie für alle Diamanten gelte: Je farbloser, desto wertvoller.

Aus der heutigen Sicht des Diplom-Mode­designers seien Vater und Großvater mütterlicherseits wahre, echte Künstler, denen als „Kopf- und Handwerker“ Vollkommenes gelungen sei – letztlich mit Hang zum Perfetionismus. Die präsentierte Kollektion mit Nachschliffen historischer Diamanten zu vervollständigen, sei eine enorme Herausforderung gewesen, sagt Ehrhard. Eine Schwierigkeit war etwa, lupen­reinen Edeltopas in großem Ausmaß zu finden. Trotz modernster Maschinen seien die Reproduktionen frei Hand am Sandstein geschliffen worden, „eine wirkliche Besonderheit“.

 Markus Ehrhard mit einem Nachschliff eines historischen Diamanten.
Markus Ehrhard mit einem Nachschliff eines historischen Diamanten. Foto: Hoff Ludwig

Markus Ehrhard hinterließ ein begeistertes Publikum, neben den edelstein­interessierten Frauen auch drei männliche Besucher. Diese waren nach so viel Diamantenwissen nicht mit der Forderung ihrer besseren Hälften nach dem Kauf von (weiteren) Edelsteinen konfrontiert. Denn Ehrhard ließ keinen Zweifel aufkommen – alle gezeigten Nachbildungen waren unverkäuflich. Und ein weiterer Umstand trat hinzu: Ehrhard beschäftigt sich nach eigenem Be­kunden ausschließlich mit Schmuckstücken für die Männer­welt.

Für Inter­essierte, die den Termin nicht wahrnehmen konnten, hat Bärbel
Schulte, stellvertretende Museums­direktorin, eine Wiederholung parat
am Dienstag, 8. Februar, 19 Uhr.