Reine Vorsichtsmaßnahme

"Heu-Schreck lass nach!" könnten Passanten angesichts des verkleideten Beckens des Heuschreckbrunnens denken. Doch die Verhüllung ist kein Dauerzustand. Sie soll das Ende 2012 reparierte Becken bis zum Ende der Brunnen-Winterpause schützen.

Trier. Zufällig mitgehörter Dialog zweier Passanten am Mittwoch am Heuschreckbrunnen. "Dän is freckt", mutmaßt der eine angesichts der seltsamen Verkleidung. "Jao sicher", entgegnet der Begleiter zustimmend.
Stimmt aber nicht; der Brunnen ist alles andere als kaputt. Wenigstens nicht mehr. "Es handelt sich um eine reine Schutzmaßnahme", erklärt Karlheinz Scheurer (60) von der KG Heuschreck 1848 auf TV-Anfrage. Triers ältester Karnevalsverein hatte 1977 der Stadt den von Bildhauer Willi Hahn (1920 - 1995) geschaffenen Wasserspender an der Einmündung Nagel-/Fleischstraße gestiftet. Doch Wasser strömte dort zuletzt nicht mehr.
Neue Beckenauskleidung aus Blei


Scheurer: "Die Beckenabdichtung bestand aus Kunststoff, der schließlich so viele Risse und Löcher aufwies, dass Flickschusterei nicht mehr infrage kam." Gemeinsam mit den Elferratskollegen Hans-Georg Becker (Vorsitzender) und Herbert Tschickardt (Vize) sei er an die Stadt herangetreten mit der Bitte, für eine neue Abdichtung zu sorgen. Die wurde im Spätherbst eingebaut und besteht aus Blei. "Um sie bis zur Wiederinbetriebnahme der Brunnen nach der Winterpause zu schützen, haben wir uns entschlossen, das Becken mit einer schützenden Folie abzudecken. So kann es nicht als Mülleimer missbraucht werden, und die Auskleidung bleibt heil."
Bevor am Heuschreckbrunnen wieder Wasser fließt, soll er auch optisch auf Vordermann gebracht werden. Elferrat und Präsidium wollen - "selbstverständlich unter fachkundiger Anleitung eines Steinmetzes" - das Wappentier ihres Vereins und die Figuren Trierer Originale von Moos und Schmutz reinigen. rm.