Reise in die eigene Vergangenheit

Ab morgen steht die Arena Trier drei Tage lang im Zeichen der deutschen Tischtennis-Meisterschaften. Eröffnet werden die Titelkämpfe von mehr als 200 Schülern aus Trier. Sie nehmen am Freitag an einem Tag der Schulen teil.

Trier. (red) Hobbyspieler für den Tischtennissport motivieren, sie vielleicht sogar für die Vereine gewinnen: Das ist das Hauptziel des Tags der Schulen, der im Rahmen der deutschen Meisterschaften in der Arena Trier angeboten wird.

Mehr als 200 Grundschüler und Gymnasiasten haben sich angemeldet. Am Freitag testen zwischen 8.30 Uhr und 13 Uhr in der Arena-Nebenhalle Grundschüler und ihre Lehrer das schnellste Rückschlagspiel der Welt. Ab 13 Uhr sind die Gymnasiasten am Zug. Sie treten an bei einem Klassenturnier (mit Dreier-Mannschaften). Zudem können sie sich gegen einen Tischtennisroboter beweisen oder das Tischtennis-Sportabzeichen ablegen. Im Anschluss haben die teilnehmenden Schüler freien Eintritt beim Turnier der Profis, das um 14 Uhr beginnt.

Einer, der im Vorfeld kräftig die Werbetrommel für den Tag der Schulen gerührt hat, ist Robert Horsch. Der Studiendirektor am Auguste-Viktoria-Gymnasium Trier (Fächer: Sport, Geografie) spielte einst in der Bundesliga. Als 17-Jähriger wurde er Dritter bei den deutschen Tischtennis-Meisterschaften. Noch immer ist er Funktionär mit Leidenschaft. "Der Tag der Schulen ist ein großartiges Angebot des ausrichtenden Tischtennisverbands Rheinland", sagt der heute 50-Jährige.

Die deutschen Meisterschaften in Trier sind für ihn wie eine Reise in die eigene Vergangenheit, in der Tischtennis eine ganz entscheidende Rolle spielte. 1959 wurde Horsch in Zewen geboren, als Zehnjähriger griff er erstmals zum Schläger. Die ersten Bälle wurden in der heimischen Garage geschlagen, dann ging es in den Verein - zum TTC Grün-Weiß Zewen unter Trainer Wolfgang Hess. "Ich habe von Anfang an einen unheimlichen Ehrgeiz entwickelt." Flott ging es bergauf. Mit zwölf Jahren gehörte Horsch zur Schüler-Nationalmannschaft. Mit 13 Jahren war er Vierter der deutschen Schülerrangliste, mit 14 Jahren bereits Rheinlandmeister bei den Herren. Nach dem Abitur wechselte er in die Bundesliga zum SSV Heinzelmann Reutlingen. 1979 begann Horsch in Mainz mit dem Studium. Parallel wechselte er innerhalb der Bundesliga zu Eintracht Frankfurt, später ging es nach Grenzau.

Horsch war Mitglied des A/B-Nationalkaders. "Das war eine tolle Zeit, ich habe so viele interessante Menschen getroffen", erinnert er sich. Doch als sich Horsch am Ende des Studiums zwischen Sport und Beruf entscheiden musste, fiel seine Wahl auf eine Karriere abseits der Tischtennisplatte. "Ich würde jederzeit wieder so entscheiden", sagt er heute. Horsch nahm eine Referendariat-Stelle in Trier an und wechselte zum TTC Wittlich, der gerade in Liga zwei aufgestiegen war. 2005 folgte die Promotion. "Tischtennis blieb für mich aber immer eine Herzensangelegenheit."

Seit 16 Jahren ist er bei "Jugend trainiert für Olympia" in Rheinland-Pfalz aktiv, er war Hochschulbeauftragter des Deutschen Tischtennis-Bunds und ist in der Lehrerfort- und -ausbildung tätig. Horsch: "Die Liebe zum Tischtennis hat mir vieles gegeben und ermöglicht. Davon möchte ich etwas weitergeben."

Weitere Informationen zur Meisterschaft im Internet unter www.ndm2010.de.