Rekord macht zufrieden

Zufriedene Mienen in neuer Besetzung: Der Vorstand der Sparkasse Trier hat am Mittwoch die Bilanz für 2015 präsentiert, die durchweg positive Ergebnisse ausweist. Es war die erste Bilanz-Pressekonferenz für Günther Passek als Vorstandschef und Martin Grünen als neues Mitglied im Führungstrio.

Trier. Einen besseren Einstieg als Vorstandsvorsitzender hätte sich Günther Passek kaum wünschen können: Der 60-Jährige, der im vergangenen April den in Ruhestand gegangenen Remigius Kühnen (66) an der Spitze der Sparkasse abgelöst hatte, präsentierte am Mittwoch eine Bilanz für 2015, "mit der wir in Anbetracht der schwierigen Rahmenbedingungen sehr zufrieden sind und die es uns erlaubt hat, unser Eigenkapital deutlich zu stärken". Die Eigenmittel liegen nun bei 415 Millionen Euro.
Motor des Wachstums - die Bilanzsumme stieg um 63 Millionen auf 4,13 Milliarden Euro - war wie gehabt der Kreditbereich. Dessen Volumen wurde um knapp 97 Millionen auf 3,55 Milliarden Euro ausgeweitet. Bei den Wohnungsbaufinanzierungen wurde gar ein Rekordergebnis von plus 69 Millionen Euro (18,3 Prozent mehr als 2014) auf nunmehr 447 Millionen Euro erzielt.
Dass die Kundeneinlagen um 41,7 Millionen Euro (1,4 Prozent) auf insgesamt 2,97 Milliarden Euro stiegen, wertet Passek als "großen Vertrauensbeweis. An den Zinsen liegt es sicher nicht".
Dennoch ist für den Sparkassenvorstand nicht alles prima: Als "besonders ärgerlich" wertet Passek die Flut an regulatorischen Neuregelungen, die den Banken eine Vielzahl an zusätzlichen Aufgaben aufbürde und zudem auf die Profitabilität drücke. 800 000 Euro habe die Sparkasse im vergangenen Jahr wegen dieser europäischen Verordnungen aufwenden müssen - die Hälfte davon als Bankenabgabe, "die in einen Topf eingezahlt werden müssen, den wir aufgrund des Institutensicherungssystems der deutschen Sparkassenorganisation nie in Anspruch nehmen werden".
Nicht nur die 191 000 Kunden (mit insgesamt 425 425 Konten) könnten zufrieden sein mit der Sparkasse, versicherten Passek und seine Vorstandskollegen Peter Späth (47) und Martin Grünen (48), der seit knapp zehn Monaten dem Führungstrio angehört. Von den 10,6 Millionen Euro gezahlten Steuern für 2015 sei knapp die Hälfte direkt an die Stadt Trier und den Kreis Trier-Saarburg geflossen.
Auch das gesellschaftliche Engagement spiegele das gute Jahresergebnis wider: Die eigenen Stiftungen sowie die von Stadt und Kreis unterstützt die Sparkase mit insgesamt rund drei Millionen Euro.
Ausblick auf 2016: In diesem Jahr stehen der barrierefreie Ausbau der Geschäftsstelle Trier-Euren sowie die Komplettrenovierung der Filiale Fell auf dem Programm. An ihrer "Flächenpräsenz" (19 Geschäftsstellen in Trier, 48 im Kreis) will die Sparkasse aktuell nichts ändern, die Zahl der Mitarbeiter aber werde mittelfristig und "sozial verträglich reduziert"; sprich: Frei werdende Stellen werden nicht in jedem Fall neu besetzt.

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