Renaissance der guten alten Mark
TRIER. Offiziell ist die Deutsche Mark am 1. Januar 2002 als Zahlungsmittel durch den Euro abgelöst worden. Doch unter der Oberfläche lebt sie fast unentdeckt weiter.
"Im Kopf rechne ich immer noch in Mark um", sagt eine Frau lachend und kramt nach ihrem Portmonee - die Verbundenheit zur alten Währung ist ungebrochen. Scheinbar geht es vielen Menschen so. Anders ist es kaum zu erklären, dass neuerdings auch die Mark als vollwertiges Zahlungsmittel in immer mehr Geschäften akzeptiert wird.14,83 Milliarden Mark in Umlauf
"Aktuelle Zahlen belegen, dass zurzeit etwa 14,83 Milliarden Mark in Umlauf sind", sagt eine Sprecherin der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main, "davon entfallen etwa 2,37 Milliarden Mark auf Sonderprägungen und Gedenkmünzen." Ein großes Kapital lagert also unangetastet in deutschen Schubläden, Schränken und Tresoren. Unbefristet kann man die alten Münzen und Scheine nach dem aktuellen Wechselkurs in den Filialen der Bundesbank verlustfrei in Euro umtauschen. In Rheinland-Pfalz ist dies in Trier, Kaiserslautern, Ludwigshafen, Koblenz und in der Landeshauptstadt Mainz möglich. Dass der Weg zur Bundesbank für viele Menschen offensichtlich wenig attraktiv ist, das konstatierte unlängst die Geschäftsstelle der Supermarktkette "Wal-Mart" mit Sitz in Wuppertal und nahe gelegener Dependance in Kenn. "Uns ist aufgefallen, dass viele Menschen noch Mark zu Hause haben. Daher hatte Wal-Mart die Mark vom 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit) bis zum zum 8. Oktober als Zahlungsmittel wieder eingeführt. Auch anderswo in Trier ist die Mark wieder salonfähig. "Bereits seit dem 19. November 2004 kann man bei uns in allen Filialen wieder mit der Mark zahlen", sagt Knut Brüggemann von C & A aus Düsseldorf, "und das vorerst unbefristet." Dass die Mark nicht nur für Ketten, sondern auch für den Trierer Einzelhandel interessant ist, weiß Alfred Thielen vom Einzelhandelsverband Trier: "Wir haben zwar keine Liste vorliegen, wie viele Unternehmen in Trier die DM annehmen, aber aus Gesprächen weiß ich, dass es viele sind. Außerdem ist das doch ein echter Service für die Kunden."