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Renaturierung soll Hochwassergefahr in Zemmerer Ortsteil Daufenbach bannen

Renaturierung soll Hochwassergefahr in Zemmerer Ortsteil Daufenbach bannen

Der gut fünf Kilometer lange Grundsgraben in Zemmer wird renaturiert. Rund 500 000 Euro wird das kosten. Nach Fertigstellung der Arbeiten sollen vor allem einige Bürger im Ortsteil Daufenbach wieder ruhig schlafen können.

Zemmer. Die Bewohner von ufernahen Häusern an der Mosel haben es vergleichsweise gut. Wenn der Fluss Hochwasser führt, dauert es meist einige Stunden, bis das Wasser bedrohlich nahe an die Gebäude reicht. Da kann man normalerweise alle wichtigen Dinge in Sicherheit bringen. Im Zemmerer Ortsteil Daufenbach sieht das anders aus. Nach einem Sturzregen dauert es dort nur wenige Minuten, ehe sich eine Schlammlawine ins Tal wälzt. Dagegen wollen Verbandsgemeinde Trier-Land und Ortsgemeinde Zemmer nun etwas tun.

Der Verbandsgemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung die Renaturierung des Grundsgrabens beschlossen. Der Bach entspringt in Zemmer und fließt nach rund fünf Kilometern in Daufenbach in die Kyll. Zudem soll etwas gegen Sturzbäche getan werden, die sich immer wieder im Bereich der sogenannten Hoxkehre ins Tal ergießen.
Eine Anwohnerin aus Daufenbach sagt: "Wir haben immer Sandsäcke bereitliegen. Denn, wenn es einmal stärker regnet, geht es rasend schnell." Dann ergießt sich ein reißender Strom ins Tal des Grundsgrabens. So geschehen Anfang 2012. Aufgrund starker Regenfälle gab es einen Erdrutsch in der Bergstraße in Daufenbach. Schlamm und Geröll verschmutzten fast die gesamte Hauptdurchfahrtsstraße. Zudem waren laut Einsatzbericht der Freiwilligen Feuerwehr Zemmer mehrere Häuser beinahe von einem Wassereinbruch betroffen. Rund 30 Einsatzkräfte hatten damals alle Hände voll zu tun, um Schlimmeres zu verhindern.Mulden gegen Rutschbahn


Künftig sollen unter anderem mehrere Mulden auf dem Bergrücken bei Schleidweiler verhindern, dass Wasser, Schlamm und Geröll wie auf einer Rutschbahn den steilen Abhang zur Kyll hinabrauschen. Ähnlich wie bei zusätzlichen Überflutungsflächen am Rhein soll es länger dauern, bis das Wasser im Grundsgraben und anschließend in der Kyll landet. Die Mitglieder des Verbandsgemeinderats konnten der Renaturierung des Grundsgrabens auch deshalb leichten Herzens zustimmen, da unterm Strich das Projekt die VG nichts kosten soll (siehe Extra). Denn die Ortsgemeinde Zemmer wird die Kosten übernehmen, die nicht über Zuschüsse abgedeckt werden. Das hat Ortsbürgermeister Edgar Schmitt in der Sitzung bestätigt und betont "wie wichtig diese Maßnahme ist."
Wichtig ist das Projekt auch deshalb, weil daran auch der Ausbau der Landesstraße 43 zwischen Daufenbach und Zemmer hängt. Diese Landesstraße hat in Daufenbach eher Feldwegqualität. Ein Ausbau steht an, wird nach Auskunft der Verbandsgemeinde Trier-Land jedoch derzeit vom Landesbetrieb Mobilität nicht weiterverfolgt. Grund: Die nach Starkregen unkontrolliert zu Tal stürzenden Wasser-, Schlamm- und Geröllmassen. Diese rauschen von den Schleidweiler Höhen ins Tal und schließlich in den Grundsgraben.Extra

 Nach Starkregen verwandelt sich (wie Anfang 2012) die L 43 in einen Bachlauf. Archiv-Foto: Feuerwehr Zemmer
Nach Starkregen verwandelt sich (wie Anfang 2012) die L 43 in einen Bachlauf. Archiv-Foto: Feuerwehr Zemmer Foto: (h_tl )

Renaturierung: An den Arbeiten in Zemmer beteiligt sich das Land mit Geld aus dem Programm Aktion Blau plus. Für die Renaturierung des Bachs gibt es eine 90prozentige Förderung, bei den Arbeiten auf dem Schleidweiler Plateau sind es 50 Prozent. Voraussichtlich 340 000 Euro zahlt das Land, 170 000 Euro die Ortsgemeinde Zemmer. Die Planung läuft. Im kommenden Jahr sollen die notwenigen Bauarbeiten beginnen. Die Renaturierung der Kyllmündung bei Trier-Ehrang oder die Rettung des Naturschutzgebiets Föhrenried sind Projekte, die ebenfalls im Rahmen von Aktion Blau plus gefördert worden sind. har