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Renturierung Olewiger Bach. Bauabschnitt für 700.000 Euro beginnt im April

Umweltschutz : Das Betonpflaster kommt weg – 675.000 Euro für den Olewiger Bach

Die Renaturierung des Olewiger Bachs geht noch im April in die nächste Phase. Möglich wird das durch einen Förderbescheid über 675.000 Euro. Ganz ohne Einschränkungen wird das nicht funktionieren.

Für den nächsten Abschnitt der Renaturierung des Olewiger Baches hat Staatssekretär Michael Hauer aus dem rheinland-pfälzischen Umwelt- und Klimaschutzministerium der Stadt Trier einen Förderbescheid über 675.000 Euro übergeben. Das hat die Pressestelle der Stadt mitgeteilt.

„Bachrenaturierungen dienen dem Naturschutz, dem Gewässerschutz und der Hochwasservorsorge gleichermaßen“, so der Umwelt- und Klimaschutzstaatssekretär beim Termin in Trier-Olewig. Die Förderung von 675.000 Euro entsprächen 90 Prozent der förderfähigen Kosten.

Andreas Ludwig, Dezernent für Planen, Bauen und Gestalten der Stadt Trier nahm den Förderbescheid des Landes mit Dank entgegen. Ludwig: „Der Olewiger Bach und seine Nebengewässer werden durch die Renaturierung wieder lebendig. Zugleich steigt die Aufenthaltsqualität am Bach deutlich – und das bedeutet mehr Lebensqualität für Mensch und Tier in der Ortslage von Olewig und im viel besuchten Naherholungsgebiet im Tiergartental.“ Der richtige Umgang mit Gewässern sei eine wichtige Aufgabe der Gesellschaft, sagte der Dezernent: „Die kleinen Bäche wie der Olewiger Bach oder der Tiergartenbach sind im Sommer oft nur kleine Rinnsale, nach Starkregenereignissen müssen sie wahre Fluten aufnehmen.

Deshalb sei die „Aktion Blau“ so wichtig. Die Kommunen würden dadurch einerseits in die Lage versetzt werden, den naturnahen Gewässerausbau übernehmen zu können,um Artenschutz und Artenvielfalt in den Gewässerläufen zu wahren. Andererseits werde Retentionsraum gewonnen. „Auch die Anwohner sollen davon profitieren, indem eine möglichst hohe Sicherheit realisiert wird.“

Ziel der Renaturierung ist unter anderem, wieder eine weitgehend naturnahe Gewässersohle herzustellen. Dazu müssen die Sohlpflasterung, die vorhandene Pflasterrinne sowie der Unterbeton entfernt werden. Stattdessen wird künftig Natursteinmaterial verwendet. Zudem soll ein naturnahes Gewässerbett modelliert werden. „Damit wird die ökologische Funktion des Olewiger Baches, die Wasserbeschaffenheit und der Wasserrückhalt deutlich verbessert“, freute sich Klimaschutzstaatsekretär Hauer.

Die Renaturierung des Olewiger Baches und seiner Nebengewässer läuft seit einigen Jahren abschnittsweise. 2004 wurde ein erstes Teilstück auf der Höhe des Olewiger Klosters renaturiert, 2012 folgte ein Abschnitt im Bereich der Kleingärten („Auf der Insel“), 2014 ein Teilstück am Holzbach im Tiergartental und zuletzt 2018 der Mündungsbereich des Tiergartenbachs in den Olewiger Bach, der mit Sitzstufen und Ruhebänken versehen wurde.

Der nun anstehende Bauabschnitt in der Olewiger Ortslage wird nach Angaben der Stadt voraussichtlich am 25. April beginnen und bis Sommer 2023 dauern. Dabei wird auch der Brettenbach punktuell verbessert, in dem eine Verrohrung gegen ein Querbauwerk mit offener Bachsohle ausgetauscht wird. Der gepflasterte Gehweg wird mit größerer Entfernung zum Gewässer angelegt, standortfremde Gehölze werden gerodet. Über die Ausführung werden die Anwohner in Olewig in den nächsten Tagen per Flyer informiert. Für den ersten Abschnitt der Maßnahme ab dem 25. April ist die Sperrung des Gehwegs vom Retzgrubenweg bis zum Gelände des Weingutes Deutschherrenhof notwendig.

Weitere Renaturierungsschritte sind für die Jahre 2023 bis 2025 sowohl im Bereich Richtung Innenstadt bis zur Spitzmühle, zwischen Spitzmühle und der Halle am Bach sowie im Tiergartental und vom Olewiger Sportplatz bis zur Straße „Im Adel“ vorgesehen.