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rheinisches landesmuseum ehrt mit band 81 der trierer zeitschrift adolf neyses und alfred haffner

Archäologie : Zum Geburtstag ein 366-Seiten-Wälzer

Band 81 der Landesmuseums-Reihe „Trierer Zeitschrift“ ist den Jubilaren Adolf Neyses (90) und Alfred Haffner (80) gewidmet.

Es ist ein alter Brauch am Rheinischen Landesmuseum Trier: Verdienstvollen Wissenschaftlern aus eigenen Reihen wird im Ruhestand zu besonderen Geburtstagen ein Band der Buchreihe „Trierer Zeitschrift, Archäologie und Kunst des Trierer Landes und seiner Nachbargebiete“ gewidmet.

Nach Wolfgang Binsfeld (1998), Heinz Cüppers (1999), Karin Goethert (2009), Hartwig Löhr (2013), Karl Josef Gilles (2015) sowie Hans Nortmann, Lothar Schwinden und Peter Seewaldt (2016/17) wurde diese Ehre nun Adolf Neyses (zum 90.) und Alfred Haffner (zum 80. Geburtstag) zuteil. Beide seien „bedeutende Archäologen, die Wesentliches für die Erforschung vor allem der vorgeschichtlichen, antiken und mittelalterlichen Vergangenheit Triers und des Trierer Landes geleistet haben, die wissenschaftliche Erkenntnisse zutage förderten, die weit über die Region hinaus Beachtung und Würdigung erfahren haben“, betonte Uni-Professor Lukas Clemens in seiner Laudatio im Rahmen der Buchvorstellung im Vortragssaal des Landesmuseums.

Adolf Neyses echter „Trierer Jung“, wurde 1928 in St. Irminen geboren und wuchs in Kürenz auf. Nach der Ausbildung zum Bauingenieur trat er 1950 in den Dienst des Landesmuseums, wo er 40 Jahre lang arbeitete – zunächst als Ausgrabungsfacharbeiter, dann als Inspektor. Ländliche Siedlungsstrukturen, Wasserversorgung, Mühlenwesen, antiker Weinbau, Monumentalbauten des römischen Trier – auf allen Gebieten war Neyses zu Hause, grub, forschte und publizierte. Sein Glanzstück ist der Doppelband zur Baugeschichte von St. Maximin. Mehr als „2000 Tage netto“ hat Neyses dort gearbeitet, auch lange nach seiner Pensionierung.

Alfred Haffner, geboren in Merzig, setzte ebenfalls Maßstäbe. Seine Doktorarbeit „Die westliche Hunsrück-Eifel-Kultur (1967, Saarbrücken), in der es auch um die Wurzeln der Treverer geht, galt bald als Standardwerk. In Landesmuseums-Diensten (ab 1967) befasste er sich mit dem keltisch-römischen Gräberfeld von Wederath-Belginum an der Hunsrückhöhenstraße. Resultat: ein halbes Dutzend voluminöse Katalogbände  über  die rund 2500 Gräber aus acht Jahrhunderten, die dort entdeckt worden sind. Selbst noch als Professor an der Universität Kiel förderte Haffner die keltische und römische Archäologie des Trierer Landes. Der 80-Jährige lebt heute wieder im Trierer Land, in Pluwig, während es den Ur-Trierer ins Rechtsrheinische verschlagen hat: Kurz vor Weihnachten ist das Ehepaar Neyses nach Seligenstadt am Main und damit in die Nähe der beiden Töchter gezogen.

Der den beiden Jubilaren gewidmete Band 81 der 1926 gestarteten Buchreihe „Trierer Zeitschrift“ umfasst 366 Seiten. Die Beiträge behandeln ein breites Spektrum archäologischer Forschung: So schreibt der frühere Trierer Chefarchäologe Hans Nortman über einen Grabhügel der frühen Bronzezeit bei Saarburg-Kahren, während Reinhold Schoon und Dirk Heinrich in ihren Artikeln jeweils unterschiedliche Aspekte von mittelalterlichen Tierknochenfunden und Fischresten aus dem Trierer Kloster St. Irminen beleuchten. Jürgen Merten, zuständig für die Publikationen des Landesmuseums, widmet dem im Mai überraschend verstorbenen Karl-Josef Gilles einen Nachruf.

Band 81 der „Trierer Zeitschrift“ ist für 48 Euro im Shop des Landesmuseums (Weimarer Allee 1) oder online via landesmuseum-trier-shop.de sowie im Buchhandel erhältlich.