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Riesig viel Platz für die Kleinsten

Riesig viel Platz für die Kleinsten

Was die Perinatal-Medizin, also die geburtshilfliche Gynäkologie, betrifft, ist das Trierer Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen ein Zentrum mit Level eins, also mit der höchsten Versorgungsstufe. Nun wird es diesem Ruf auch in räumlicher und technischer Ausstattung gerecht.

Trier. (c.c.) Rechtzeitig zum internationalen Tag der Frühgeborenen hat das Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen die beiden Stationen für die kleinsten Patienten in neuen Räumen im Neubau präsentiert. "Frühgeborenen- und Kinderintensiv-Station sind nun technisch auf dem aktuellsten Stand und in ansprechendem Ambiente untergebracht", erläuterte Chefarzt Professor Wolfgang Rauh.

In der sechsten Etage mit Blick auf Petrisberg und Markusberg befinden sich die Stationen. "Endlich haben wir Platz", betonten die Stationsleiterinnen Brigitte Gilz und Gudrun Vogt einen der größten Vorteile des Neubaus. Während der Umzug bei den Intensivschwestern am Tag der Einweihung noch in vollem Gange war, war die Frühchenstation schon gemütlich eingerichtet. Pflegedienstleiterin Christel Kallies stellte die "optimalen Bedingungen für die Kinder und auch für ihre Eltern" dar. Maximal können auf der Station 21 Frühchen versorgt werden, also Kinder, die vor Ende der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kamen. Außerdem gibt es zwei Mutter-Kind-Zimmer und drei Stillzimmer, in denen Mütter von Extrem-Frühgeborenen (Kinder unter 1500 Gramm) kostenlos wohnen können. Demnächst soll noch ein Aufenthaltsraum für Eltern eingerichtet werden. Optimale technische Neuerung: Im Stationszimmer werden alle Kinder zentral per Monitor überwacht.

Eine besondere logistische Herausforderung stellte der Umzug der Kinderintesiv-Station dar. Zwölf Betten stehen hier zur Verfügung, in denen vor allem Früh- und Neugeborene, aber auch Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre versorgt werden.

Begeistert und beeindruckt äußerte sich Gaby Bayer, selbst Frühchen-erfahrene Mutter, Vorsitzende der Selbsthilfegruppe "Sausewind" und zusammen mit ihrem Mann Andreas sehr für frühgeborene Kinder stark engagiert. Mit einem Stand im Foyer des Krankenhauses und 300 Luftballons, die am Nachmittag in den Trierer Himmel stiegen, informierte die Gruppe zum Thema "Frühgeburt".

Mehr als 200 Frühgeburten gab es 2009 im Bezirk Trier, davon 55 extreme Frühchen. Sie finden künftig im Trierer Mutterhaus nicht nur optimale medizinische und technische Betreuung, sondern freundliche, große Räumen für ihre erste Lebenszeit. "Hier scheint auch mal die Sonne rein", freute sich eine junge Mutter, die mit ihrer Tochter nach fünf Wochen auf der alten Station dankbar in die neuen Räume gezogen ist.

Ansprechpartner zum Thema "Frühgeburt" und zur Trierer Selbsthilfegruppe "Sausewind" ist neben den zuständigen Stationen des Mutterhauses auch Andreas Bayer vom Bundesverband "Das frühgeborene Kind", E-Mail: andreas.bayer@fruehgeborene.de