Rinder und Ponys, Hühner und Gänse wetteifern beim Feller Markt um Besuchergunst

Traditionsfest : Tierische Helden mal nicht aus dem Bilderbuch

Rinder und Ponys, Hühner und Gänse wetteifern beim Feller Markt um die Gunst der zahlreichen Besucher.

Utopa ist ein bisschen unruhig. Wohl wegen der vielen Menschen, die sich an den massiven Stahlzäunen rings um die Weide drängen. Aber sicher auch, weil Jordan, ihr neuntes Kalb, aufgeregt um die Limousin-Kuh herumspringt. Doch die Besucher des Feller Markts können sich ganz sicher fühlen. Tierhalter Michael Hansen und ein Helfer haben die beiden Rinder fest im Griff und führen sie gleich nach der Tierschau zurück in den für Zuschauer gesperrten Bereich. Seit vor Jahren ein Rind ausbrach, wird Sicherheit ganz groß geschrieben beim Feller Markt.

Schließlich ist die traditionelle Tierschau am Montag ein Publikumsmagnet. Vor allem Familien mit jungem Nachwuchs lassen sich das Ereignis nicht entgehen. „Für die Kleinen ist das wirklich ein Erlebnis“, lobt Marta John, die seit vier Jahren in Fell lebt. Und ihrem jetzt zweijährigen Sohn mache das nun auch ganz viel Spaß – tierische Helden mal nicht aus dem Bilderbuch. Toll beim Feller Markt sei die Vielfalt. Kindern könnten Gänse und Hühner sehen und nicht nur  „die Kuh“, sondern verschiedene Rassen von Kühem.

Anna, eine junge Mutter aus Thomm, schaut sich beim ersten Besuch mit Sohn Oskar lieber kleinere Tiere wie Hühner an.

Die allseits geschätzte Vielfalt ermöglichen Tierhalter wie Claudia Klemens. In Föhren und Longuich hält sie derzeit neun Alpakas, mit denen sie auch Wanderungen anbietet. Früher seien sie mit Schafen beim Feller Markt dabei gewesen und nun mit ihren Alpakas, darunter kleinere Huacajas und Suris. Marco Krieger aus Lampaden ist ebenfalls immer wieder gern beim Feller Markt dabei – und reiste dieses Mal mit sechs Ponys und zwei Eseln an. Ponys hätten ihm schon immer gut gefallen, erzählt der im öffentlichen Dienst beschäftigte Hobby-Tierhalter. Für ihn ist das „ein Ausgleich zum Job - so was muss man haben“.

Foto: Ursula Schmieder

Ergänzend zu Tierschau mit Viehprämierung, zu der auch wie seit Jahren ein Pferdegespann mit Kutsche und Hund vorfährt, gibt es einen großen Kram- und Kunsthandwerkermarkt. Mitarbeiter des Besucherbergwerks Fell führen vor, wie Schiefer behauen wird, und es gibthandgearbeitete Patchwork-Arbeiten und gestrickte Mützen und Strümpfe aus Alpaka-Wolle zu kaufen. „Einfach gut, dass es so etwas noch gibt“, freut sich Angelika Sahler, eine Besucherin aus Zemmer. Sie findet es auch „sehr schön, dass etliche Handwerker ihre Arbeit vorstellen“.

Foto: Ursula Schmieder

Ortsbürgermeister Alfons Rodens zieht eine positive Bilanz des 70. Feller Marktes der Neuzeit, einem Fest mit weit zurückreichenden Ursprüngen. Die Betreiber der Fahrgeschäfte, an denen einiges los war, seien ebenso zufrieden wie die veranstaltende Unternehmergesellschaft (UG) Feller Markt. Sehr zufrieden seien sie mit den an allen Tagen hohen Besucherzahlen, und auch das Sicherheitskonzept habe sich bewährt: „Wir freuen uns jetzt schon auf nächstes Jahr – denn nach dem Feller Markt ist vor dem Feller Markt.“

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