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Ringelreihen mit Rumpelstilzchen

Ringelreihen mit Rumpelstilzchen

TRIER. Bei bestem Schwimmbadwetter ins Theater? Da dürfte sich die Euphorie in Grenzen halten. Doch die Kinder, die den Weg ins Theaterfoyer gefunden haben, fieberten voller Freude mit den Darstellern des "Rumpelstilzchens". Vera Ilieva verquickte den Märchenklassiker mit populären Melodien – es entstand ein kurzweiliges Kindermusical.

"Das sieht ja aus wie bei uns vorm Fernseher!", schreien die drei Mädels während sie auf schnellen Sohlen in Richtung des Kissenparadieses stürmen, das im Theaterfoyer vor den Stuhlreihen zum Drauflümmeln einlädt. Kinderkompatibel präsentieren sich nicht nur die Sitzgelegenheiten, auch das heutige Stück ist maßgeschneidert für die ganz junge Generation. Vera Ilieva hat in Personalunion (Bearbeitung, Regie und Musik) aus dem Grimm'chen Klassiker ein Theaterstück gemacht, das den Schwerpunkt auf die Musik legt - für die langjährige Gesangslehrerin eine Paraderolle. "Musikerziehung ist eben auch so möglich, und ich finde es toll, dass so für das Theater ein zusätzliches Angebot entstanden ist", sagte sie. Ein Angebot, das mehr als gern angenommen wurde: die drei Termine waren schnell ausverkauft. Nur für die Zusatzaufführung am 22. Juni um 16 Uhr sind noch Karten erhältlich. Neben der Musik bereichern interaktive Elemente die Inszenierung. So gehen die sechs Darsteller (allesamt seit mindestens zwei Jahren Gesangsschüler von Ilieva) immer wieder ins Publikum, lassen sich bei der Namenssuche für das kleine Männchen tatkräftig unterstützen und bitten am Ende sogar auf die Spielfläche, um mit Rumpelstilzchen höchstpersönlich Ringelreihen zu tanzen. Lampenfieber ist für die Akteure ein Fremdwort. Allerdings gehen sie bei ihrer Gesangslehrerin auch durch eine Schule, die sie immer wieder zu öffentlichen Auftritten ermuntert - mit beachtlichem Erfolg: Friederike Springer (Rumpelstilzchen), Kerstin Bauer (Rosalinde) und David Ziegler (Prinz) haben teilweise mehrfach Siege bei den Bundeswettbewerben von "Jugend musiziert" errungen. Musikalisch setzt Ilieva auf bekannte Melodien wie die Arie aus der Hochzeit des Figaro, Papageno-Partien aus der Zauberflöte, auf Volkslieder wie "Es klappert die Mühle" oder auch Englisches wie "I feel pretty". Während der einstündigen Aufführung strahlen die Kinderaugen mit der Sonne um die Wette. Am Ende erhalten nicht nur die Darsteller Applaus, sondern auch die Kinder: "Ihr wart einfach super und habt so toll mitgemacht", lobt das Ensemble einmal andersherum. Auf der Busfahrt nachhause wird der Theatertag gekrönt: "Ihr wart so klasse, da fallen die Hausaufgaben für morgen aus!" Die Lehrerverkündigung geht in lautem Jubel unter. Am 14. September startet die nächste Ilieva-Produktion: Mozarts Oper "Bastien & Bastienne", eine Liebesgeschichte.