Risiko fährt vor Sicherheit

EHRANG. Zwei schwere Unfälle innerhalb eines Jahres mit je einem Todesopfer sind die traurige Bilanz auf der Ehranger Autobahnbrücke A 64/B 52 im Bereich der Anschluss-Stelle Ehrang. Sie wird wegen der schweren Unfälle mit Personen- und Sachschäden als Unfallhäufungsstelle bezeichnet.

Auf der Ehranger Brücke fahren innerhalb von 24 Stunden jeweils 15 000 Fahrzeuge in eine Fahrtrichtung. Unfälle mit schweren Folgen passieren insbesondere, wenn Fahrzeuge über die doppelt durchgezogene Linie fahren und frontal mit dem Gegenverkehr zusammen stoßen. Nur 50 Zentimeter Abstand liegen zwischen den Linien. Die Fahrspuren selbst sind auf der jeweiligen inneren Spur um 25 Zentimeter breiter als die äußere - der Gegenverkehrs-Zuschlag. Seit einem Beschluss der Unfallkommission dürfen Autofahrer nur noch mit 80 Stundenkilometern aus Luxemburg auf die Brücke fahren, in Richtung Hermeskeil sind nur noch 60 Kilometer in der Stunde vorgeschrieben. Diese Beschränkung liegt in der schlechten Beschaffenheit der vierspurigen Fahrbahndecken, die auf jeden Fall verkehrssicher seien, sagt Walter Druckenmüller, Leiter der Autobahnmeisterei Schweich. Besonders, wo die Gefällstrecke aus Luxemburg einspurig werde, gebe es riskante Überholmanöver mit überhöhter Geschwindigkeit, damit auf den letzten Drücker einer der vielen Schwerlaster überholt werden könne, weiß er. Abhilfe wäre nur mit einer Verbreiterung der Brücke zu schaffen. Doch das hält er in Anbetracht von geschätzten 50 bis 60 Millionen Euro Kosten <für unrealistisch. Auch die Einrichtung einer Trennwand zwischen den entgegen kommenden Fahrspuren ist aufgrund der Fahrbahnenge technisch nicht möglich. "Dafür brauchen wir mindestens einen Meter Breite. Den gibt es nicht”, sagt Druckenmüller. 14 Meter breit ist die Fahrbahn. Da sie nicht als Autobahn angelegt wurde, entspricht ihre Breite nicht der einer Autobahn. Doch das Verkehrsaufkommen habe sich in den vergangenen 15 Jahren verdoppelt. Vor zwei Monaten wurde die Beschilderung an der Anschlussstelle Ehrang verändert und eine längere durchgezogene Linie aufgemalt, um den Verflechtungsbereich zu verlängern. Eine "Riffelmarkierung", kleine Höcker, die für eine Vibration des Fahrzeugs sorgen, wird in diesen Tagen folgen. Noch vor den Sommerferien sollen die Doppellinien zwischen den beiden entgegen kommenden Fahrspuren "Riffelmarkierungen" erhalten. Zudem stehen Arbeiten zur Erneuerung der Fahrbahndecke und an der Stahlkonstruktion sowie Abdichtungsarbeiten an. Diese fünf bis sechs Millionen Euro teuren Maßnahmen werden vom Bund finanziert. "Die Unfälle haben ihre Ursache nicht in der Streckenführung. Es werden Regeln nicht beachtet", glaubt Druckenmüller. Die Bilanz des Jahres 2003 lautet: 44 Unfälle auf der B 52 zwischen Parkplatz Dicke Buche und Ehranger Brücke (Anschlussstelle Ehrang), die meisten im Auffahrbereich der B 53 in Richtung Hermeskeil. In diesem Jahr gab es bereits 17 Unfälle.