Infrastruktur: Risse im Altbau der Grundschule Föhren

Infrastruktur : Risse im Altbau der Grundschule Föhren

Laut Bürgermeisterin Christiane Horsch droht keine Gefahr. In den Sommerferien 2020 soll der Untergrund durch sogenannte Wurzelpfähle stabilisiert werden. Die provisorische Sporthalle in Schweich wird viel teurer als erwartet.

Jahr für Jahr wenden die Verbandsgemeinden Millionen für ihre Grundschulen und Turnhallen auf. Meist in den fünfziger bis siebziger Jahren erbaut, werden die Einrichtungen langsam aber sicher zum Sanierungsfall. In der Regel wird dann ein langfristiger Maßnahmen- und Finanzierungskatalog aufgestellt. Es kann aber auch schnell Handlungsbedarf bestehen, so geschehen an der Grundschule Föhren. Dort haben sich an der zum Dorfplatz ausgerichteten Fassade Risse gebildet, wie Bürgermeisterin Christiane Horsch in der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderats in Mehring berichtete.

Auf kleinere Rissbildungen hatte die Schule die VG schon vor knapp drei Jahren hingewiesen. Zuletzt wurden die Furchen im Gemäuer größer. Baustatiker haben auch den Grund herausgefunden: der Baugrund ist instabil, wozu möglicherweise auch das Wasser des unweit der Schule fließenden Föhrenbachs beigetragen hat.

Nun soll der 1956 errichtete Altbautrakt der Grundschule Föhren in den Sommerferien 2020 stabilisiert werden. Laut Baubeschreibung werden die Fundamente vom Baugrund entkoppelt und sogenannte Wurzelpfähle seitlich unter das Bauwerk getrieben. Außenanlagen, darunter die Treppe, müssen dafür zurückgebaut werden. Derzeit stimmt das Baustatik-Büro Gorges-Wahlen (Reinsfeld) die Arbeit mit Geoingeneuren ab und ermittelt die Kosten. Unterdessen kann der Unterricht in dem Gebäude weiterlaufen wie bisher. Bürgermeisterin Christiane Horsch sagte im VG-Rat, es drohe keine Gefahr für Schüler und Lehrer.

Weil die Schule in Föhren aus allen Nähten platzt, hat die VG als Schulträger dort erst kräftig investiert. Für 1,2 Millionen Euro wurden auf dem Schulhof eine Mensa und zwei Betreuungsräume errichtet (der TV berichtete).

Provisorische Sporthalle: Bekanntlich wird die Stefan-Andres-Großsporthalle in Schweich seit Sommer 2019 saniert. Um den dadurch entstehenden Engpass für Schul- und Vereinssport aufzufangen, soll eine „Zeltsporthalle” als Übergangslösuung im Bereich Schulzentrum/Tennisplätze in Schweich errichtet werden. Zu Beginn der Planung wurden die Kosten auf eine halbe Million Euro geschätzt, Mittlerweile geht die Verbandsgemeinde (VG)  Schweich, die in dieser Angelegenheit eigentlich nicht zuständig ist, aber wegen der Not der Vereine vorgeprescht ist, von einer Million Euro aus. Mehrere Gewerke, darunter Erdarbeiten, Hallenbau und Sportboden, sind schon vergeben worden, nun hat der VG-Rat auch die Elektroarbeiten für knapp 60 000 Euro beauftragt.

Das Gewerk „Heizung” wird neu ausgeschrieben, weil sich auf die erste Ausschreibung keine Firmen gemeldet hatten. Nach Auskunft von Bürgermeisterin Horsch wird sich der Landkreis an den Kosten beteiligen, in welcher Form und wie hoch, das werde noch verhandelt. Der Kreis ist Schulträger im Stefan-Andres-Schulzentrum.

Demokratieraum: Der Verbandsgemeinderat unterstützt die Anmietung einer Ladenfläche in Schweich für einen „Demokratieraum” bis Ende 2021. Wie mehrfach berichtet, werden über das Bundesprogramm „Demokratie leben” Initiativen der lokalen Partnerschaft für Demokratie in der VG Schweich gefördert.

Wie VG-Jugendpfleger Dirk Marmann mitteilte, sollen die Projektergebnisse sowie Veranstaltungen besser und öffentlichkeitswirksamer präsentiert werden. In den Räumen sollen auch Vereine, die nicht über das Bundesprogramm bezuschusst werden, ihre Projekte und Ideen verwirklichen können. Die Meulenwaldschule habe deswegen schon angefragt.

Im November sei eine Ausstellung der Föhrener Künstlerin Annamalt geplant, im Dezember eine Ausstellung zum Thema Flucht und Asyl, sagte Marmann. 90 Prozent der Kosten für den Demokratieraum seien über den Bund abgedeckt. Das Netzwerk in der VG Schweich wird mit einem Jahresbetrag von 45 000 Euro gefördert.

An der Fassade der Grundschule Föhren haben sich Risse gebildet. Betroffen ist der 1956 errichtete Trakt der damaligen Volksschule. Foto: Albert Follmann

Kommunale Betriebe Wasser- und Abwasserwerk: Einhellig hat der VG-Rat die Jahresabschlüsse 2018 von Wasser- und Abwasserwerk angenommen. Die Wassersparte weist einen Jahresgewinn von rund 386 000 Euro auf, das sind etwa 300 000 Euro mehr als erwartet. Verantwortlich dafür waren unter anderem Mehreinnahmen durch einen erhöhten Wasserbedarf im trockenen Sommer. Beim Abwasserwerk liegt der Jahresgewinn 2018 bei rund 266 000 Euro; veranschlagt war ein Gewinn von 4000 Euro.