Ritterlicher Held in Dosen

TRIER-EUREN. Im Bauernsaal unter dem Dach der Johann-Herrmann-Grundschule waren alle Plätze besetzt. Die Schüler der dritten und vierten Klassen haben in den vergangenen Wochen an einem ehrgeizigen Projekt gearbeitet und brachten das Musical "Ritter Rost und das Gespenst" von Jörg Hilbert in einer gelungenen Premiere auf die Bühne.

Lustig verkleidete Gestalten liefen aufgeregt durch die Gänge und den Saal. Lampenfieber und Spannung hingen in der Luft. "Bei der Generalprobe ist einiges schief gegangen", erklärte Julia Reidenbach die Nervosität. Ein gutes Omen für die Premiere, bei der die Kinder auf der Bühne nicht nur schauspielerisches Talent bewiesen, sondern auch musikalisch bravouröse Leistungen zeigten. "Das ist eine ganz aufregende Sache für uns", sagte Schulleiterin Petra Schneider-Jung. Denn nicht nur auf Textsicherheit und das gemeinsame Agieren vor Publikum wurde Wert gelegt. Bis ins kleinste Detail bereiteten Schüler, Lehrer und Eltern engagiert den großen Auftritt vor. Hinter den Kulissen hatten unzählige Helfer gewirkt, für Bühnenbild, Requisiten, die witzigen Kostüme und viele Spezialeffekte gesorgt, wie die blinkenden Augen von Ritter Rost oder die bei Schwarzlicht gespenstisch spukenden Geister. Die Schüler der Eurener Grundschule haben nach zwei Jahren Pause erneut eine gelungene Vorstellung abgeliefert. Wilde Turniere sind eigentlich nichts für Ritter Rost (Johannes Koch). Er spielt lieber mit seinen Teddys und isst Müsli aus Reißnägeln und Büroklammern. Hinter der harten Schale aus Dosen und Stacheldraht steckt ein weicher Kern. Aber sein Ritterpatent ist abgelaufen und Burgfräulein Bö (Amelie Bartz) zählt ihm in einem Lied auf, was ein Ritter können muss. Während sie sich auf den Weg zum Turnier machen, treibt der Hausdrache Koks (Daria Hibberd) daheim in der Eisernen Burg seinen Schabernack, als ein obdachloses Gespenst (Michelle Tapprich) umherspukt. Als die Turmuhr Zwölf schlägt, veranstalten sie eine Gespenstershow. "Eintritt ein Groschen, Gebiss zum Zähneklappern nicht vergessen" steht auf der Einladung. König Bleifuß, der Verbogene (Tim Bösen), ist begeistert und will das Gespenst besitzen. Geschichte mit Happy End

So winkt dem Sieger des Ritterturniers als Preis die Spukgestalt. Mit Fingerhakeln und Armdrücken geht es Runde um Runde, bis der Schwarze Ritter erscheint und gegen Ritter Rost antritt. Die Geschichte nimmt ein gutes Ende, Rost gewinnt nicht nur den Kampf, sondern auch sein Ritterpatent, die Maske fällt und aus dem dunklen Spießgesellen wird das weiße Gespenst, das fortan auf der Eisernen Burg bleibt. Nächste Aufführung: 4. April, 18 Uhr, Grundschule.