Riva-Mitarbeiter protestieren am Montag in Frankfurt

Arbeitswelt : Riva-Mitarbeiter protestieren

Die ehemaligen Drahtwerk-Beschäftigten aus Trier und Horath kämpfen weiter um einen Anerkennungstarifvertrag.

Der nach IG-Metall-Angaben längste Streik in Trier und Rheinland-Pfalz geht in die neunte Streikwoche. Doch am Montag könnte er ein Ende finden. „Die Geschäftsführung von Riva – H.E.S. aus Trier und Horath verhandelt mit der IG Metall am Montag in Frankfurt, um eine Lösung des Tarifkonfliktes zu erreichen“, teilt die Gewerkschaft mit.

Worum geht es? Die rund 160 Mitarbeiter (inklusive Leiharbeiter) kämpfen an den beiden Standorten Trier und Horath um die Anerkennung des Tarifvertrags der Metall- und Elektrobranche. Bisher hat die italienische Stahlgruppe dies den Belegschaften nicht zugestanden. Riva mit Sitz in Mailand wurde 1954 gegründet und entwickelte sich zu einem der führenden europäischen Stahlgruppen. Fünf der 21 Produktionswerke der Gruppe befinden sich in Deutschland, fünf in Italien, sieben in Frankreich, zwei in Belgien, eins in Spanien und eins in Kanada. Die Gruppe beschäftigt rund 4700 Mitarbeiter. Im Februar 2017 wurden das ehemalige Drahtwerk Horath und das Werk in Trier von der Riva-Gruppe übernommen und firmiert seitdem als Hennigsdorfer Elektrostahlwerke GmbH, Werk Horath. Während es in den anderen Werken des Unternehmens eine Tarifbindung gibt, kämpft die IG Metall für die Anerkennung in Trier und Horath. Dabei sei die Kampfbereitschaft in der Belegschaft groß, wie die beiden Betriebsratsvorsitzenden dem TV erklären.

Georg Rentmeister, Betriebsratschef in Horath: „Unsere Streikfront steht auch nach Wochen geschlossen, und wir fordern den Abschluss eines Tarifvertrages mit der IG Metall jetzt. Wir wollen nicht mehr 20 Prozent weniger verdienen als unsere Kolleginnen und Kollegen in der Metall- und Elektroindustrie. Tarifvertrag ist für uns nicht nur Rechtssicherheit, sondern auch Anerkennung, Wertschätzung und Respekt für unsere gute Arbeit.“

Für Christian Schmitz, IG-Metall-Bevollmächtigter Region Trier, muss am Montag eine Lösung her: „Wir fordern Riva auf, endlich die Blockadehaltung aufzugeben und den Streikenden das zukommen zu lassen, was ihnen berechtigt zusteht.“ Den nötigen Druck wollen Gewerkschaft und Mitarbeiter mit einem Protestcamp in Frankfurt erhöhen. „Rainer Kubitza, Betriebsratsvorsitzender im Werk Trier, kündigte an, dass man mit 80 Protestlern an den Main reist.

„Wir werden am Montag mit unseren Familien nach Frankfurt fahren und in einem Protestcamp vor dem Ort der Tarifverhandlungen so lange warten, bis die Tinte unten links unter dem Tarifvertrag trocken ist.“

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