Rock für Bildung in Fernost

NAURATH/EIFEL. Unerwartete Hilfe aus der Eifel erhalten bald 382 Dorfschüler aus Thailand: Michael Schneider organisiert ein Benefiz-Rockkonzert, um die Lernbedingungen an der Schule zu verbessern. Den Anstoß dazu gab seine aus Thailand stammende Ehefrau Suphattra.

Aufgewachsen und zur Schule gegangen ist Suphattra im dem kleinen Ort Wangsammor im Bezirk Udon Thani, etwa 570 Kilometer von der Hauptstadt Bangkok entfernt. Der Lebensunterhalt wird dort vorwiegend mit Reis- und Zuckerrohranbau bestritten. Das durchschnittliche Jahreseinkommen liegt bei umgerechnet etwa 530 Euro. Die Grundschule und der angeschlossene Kindergarten von Wangsammor bietet Plätze für Kinder aus vier Gemeinden. Die Mittelstufe wird von Jugendlichen aus insgesamt drei Gemeinden besucht. Es fehlt an moderner Ausstattung

Die Schule besteht aus zwei eingeschossigen "Gebäuden" mit insgesamt 17 Klassenzimmern. Hinzu kommen noch ein Computerraum, ein Chemie- und ein Sprachlabor, Werkraum, Mensa und Lehrerzimmer. Die Bauten sind seitlich weitgehend offen und bestehen im Prinzip nur aus Dachkonstruktionen, für die teilweise auch Palmblätter verwendet wurden. Wegen des feucht-heißen Tropenklimas mag diese "offene" Bauweise durchaus sinnvoll sein - das Problem ist eher die Ausstattung. Allerdings werden wegen der stetig wachsenden Schülerzahl auch fünf weitere Klassenräume benötigt. Um auch auf dem Lande dem weltweit steigenden Wissensstand annähernd gerecht zu werden, müssten noch 20 Computer und ein Fernsehgerät mit VHS-Player beschafft werden. Außerdem fehlt es an Büchern und Schreibmaterial. Einheimische Firmen haben sich bereit erklärt, einen erheblichen Teil davon zu sponsern. Auch die thailändische Regierung unterstützt zum Teil den Ausbau der Lerntechnologien und die Lehrerfortbildung. Dennoch fehlen noch insgesamt rund 12 800 Euro. Suphattra Schneider, die seit sechs Jahren in Naurath/Eifel lebt, erhielt jüngst einen "Hilferuf" aus der alten Heimat. Geschildert wurden die Probleme ihrer ehemaligen Bildungsstätte. Michael Schneider berichtet: "Wir haben uns dann entschlossen, etwas zu unternehmen." Die zündende Idee sei bei einem Gespräch mit seinem Neffen Sven Wagner (19) gekommen. Wagner schlug vor, ein Benefiz-Rockkonzert in der Trierer Tufa zu veranstalten. Das Projekt sprach sich herum, und nach wenigen Tagen hatten sich etliche Jugendliche und junge Erwachsene spontan zur Mithilfe bereit erklärt. Auch die Zusagen dreier Rockbands aus dem Raum Trier und Wittlich ließen nicht lange auf sich warten. Bestritten wird das Benefiz-Konzert nun von "Mad for Mess", den "24th Frame" und "Shit Happens". Auch in der Tufa fand das Projekt größtmögliche Unterstützung. Der Dank der Initiatoren gilt insbesondere Geschäftsführerin Gisela Sauer und dem Tufa-Hausmeister Willi Treutel-Jung. Nun hoffen alle Beteiligten, mit dem Ertrag der Benefiz-Aktion möglichst nahe an den erforderlichen Betrag von über 12 000 Euro heranzukommen. Zur Übergabe der Spende wollen die Initiatoren übrigens selbst auf eigene Kosten nach Wangsammor reisen, wo sie von Bürgermeister, Schuldirektor, Schülern und Eltern bereits sehnsüchtig erwartet werden. Das Konzert im großen Saal der Tufa, das für jeden rockmusikalischen Geschmack etwas bietet, findet statt am Donnerstag, 9. November. Einlass ab 18 Uhr. Eintritt an der Abendkasse: 5 Euro. Weitere Spenden sind willkommen.