Rocken im Gewitterregen

Anfangs sah es aus, als würde das "Roeds Rock"-Festival am Holzerather See wegen Gewitterschauer regelrecht ins Wasser fallen. Doch die sechs Bands und ihre Zuhörer ließen sich den Spaß nicht verderben und feierten ausgelassen bis in den frühen Morgen.

Rockröhre Julia von „Straight“ singt sich in die Herzen und Beine des Publikums. TV-Foto: Mechthild Schneiders

Holzerath. Kurz nach Einlass verdunkelt sich der Himmel über dem Holzerather See, gegen 18.30 Uhr fallen die ersten Tropfen. Der Opener "Audiowolf" aus Trier spielt mit Metal gegen lautes Donnergrollen an; Blitze konkurrieren mit Lichteffekten.

Die Zuhörer, die bislang den Weg in den Holzerather Wald gefunden haben, verdrücken sich unter die Getränkestände und Zelte. "Es läuft nicht wie geplant", stellt Mitorganisator Fabian Schreiner fest. Im vergangenen Jahr kamen 500 Gäste zur Premiere des "Roeds Rock".

Damals hatten Schreiner, Lukas Mergens und Martin Theis in nur zwei Monaten ein Open-Air mit sechs Bands auf die Beine gestellt - gemeinsam mit ihren Kumpels vom Jugendring Holzerath. "Da haben schon unsere Eltern mitgemacht", sagt Schreiner über den Verein, der seit den 70er Jahren besteht. Diese sind auch jetzt dabei, helfen beim Aufbau und am Bierstand. Weitere Unterstützung erhielten die Jugendlichen zwischen 17 und 25 Jahren vom gesamten Dorf. So habe der Musikverein die Bühne kostenfrei zur Verfügung gestellt, berichtet Mergens.

"Seit Dienstag sind wir jeden Tag hier zum Aufbauen." Rund 40 Leute seien im Einsatz gewesen für das Festival, dessen Vorbereitungen im Februar begannen. "Wir haben Newcomer-Bands und bekanntere Gruppen aus der Umgebung dabei", sagt Schreiner. Den jungen Bands eine Chance zu geben, sich zu etablieren, sei ein Ziel des Festivals; und den Jugendlichen aus den umliegenden Gemeinden einen Grund zum Feiern zu geben. So wurden erneut "Slux" verpflichtet, eine junge Gruppe aus Holzerath, die eigene Sachen und Cover spielt. "Mad for Mess" aus Riol bringen Poprock-Coversongs auf die Bühne.

Mit "Skunkfood", der sechsköpfigen Ska-Band aus Bitburg, kommt richtig Stimmung auf am See. Die dichter werdende Menge "pogt" - und die Regenwolken verziehen sich.

Dann hat Rockröhre Julia von der Trierer Cover-Band "Straight" die Menge im Griff. Rock-Klassiker aus den 80ern wechseln sich ab mit Punk-Stücken und aktuellen Hits. Die Powerfrau mit der kräftigen Stimme bringt Songs von AC/DC genauso gut rüber wie Michael Jacksons "Beat It". Da mischen sich auch die Eltern unter die Tänzer. Bei den Punk-Nummern greift Keyboarder Markus zum Mikro.

Tanzen bis in den frühen Morgen



Als die Headliner "Project 54" aus Konz gegen 2 Uhr die Bühne betreten, hat ein Teil des überwiegend jugendlichen Publikums bereits den Heimweg angetreten. Doch Band und Musikfans feiern weiter: Schmigga (Bass), Stefan (Drums) und Sänger Paddy (Gitarre) spielen punkige Rockmusik von ihrem Debüt-Album "PuPoRoSka Island" sowie alternative Rock- und Punk-Cover, und die Gäste tanzen bis in den frühen Morgen.