Rocken mit Rudolph

Neuer Name, altbewährtes Konzept: Mit Kinderchor und prominenten Gastmusikern rockten sich "The Rudolphs" bei ihrem Benefiz-Konzert in der Tuchfabrik durch ein großes Repertoire an internationalen Weihnachtsklassikern. Mehr als 350 Zuhörer unterstützten mit ihrem Besuch die Obdachlosenhilfe Trier.

Sauwer: Helmut Leiendecker rockt mit „The Rudolphs“ und begutachtet Nico Siegers Gitarrenspiel. TV-Foto: Mechthild Schneiders

Trier. (mehi) Nur der Name ist neu: Aufgrund von Namensstreitigkeiten nennen sich die (rotnasigen) Rentiere jetzt "The Rudolphs", frei nach dem gleichnamigen Song. Seit 1991 begeistern die Trierer Musiker um Ulrich "Ulle" Backes in bewährter Weise ihr Publikum mit internationalen Weihnachts-Klassikern der rockigen und punkigen Art. Gerade so, als würde Rentier Rudolf mit seinen Kumpels ein wüstes Festtagsgelage abhalten.Musikalische Überraschungen im Sack

Die Kumpels sind in diesem Fall hochkarätige Trierer Musikerkollegen, die sich zusammen finden, um traditionell am Abend vor Heiligabend ihren prall gefüllten Sack mit musikalischen Überraschungen auszuschütten. Doch zuvor präsentieren die "Eurener Kirchturm Kooben" Weihnachtslieder aus allen Herren Ländern; teils im Chor - teils solo. Instrumental unterstützt werden die 16 Mädchen und Jungen zwischen acht und zwölf Jahren von Mitgliedern der Trierer Band "De Funkis", deren Bandchef Werner Bodschard zugleich Leiter des Kinderchors ist.Seit 2005 treten die Ex-Rentiere in der Besetzung Ulle Backes (Gesang, Gitarre), Susanne Kohl (Gesang), Klaus "Herr" Dannehl (Bass), Andi Klein (Schlagzeug) und Nicolas Sieger an der Gitarre auf. In diesem Jahr hatten sie namhafte Verstärkung mitgebracht: KP Prinz rockt auf "Stille Nacht", Frank Staudt röhrt "Wenn Weihnachen ist", Bernd Bredin singt seine grandiosen Elvis-Nummern und Ex-Mitglied Helmut "Teff" Steffgen ist gleich mit mehreren Stücken dabei. Rhythmische Unterstützung liefern die "Wéngert-Stompers". Deren Chef Markus Mich steuert mit "Laaf Rudi" ("Johnny B. Goode") einen Rock'n'Roll auf Nittler Platt bei. Helmut Leiendecker hält mit "Tanni" in Trierer Mundart dagegen. Einer der Höhepunkte des Abends: Ex-Lusthansa-Frontfrau Jutta Pardeikes großartige Interpretation von "Last Christmas", begleitet von Carola Heiner am Saxophon. Vier Zugaben muss die All-Star-Band spielen, bevor sie sich mit einem gemeinschaftlichen "Auld Lang Syne" verabschieden darf.Zweifellos hat sich das Konzert "rentiert", nicht nur für die Zuhörer, sondern auch für die Trierer Obdachlosenhilfe, an die der Erlös von knapp 900 Euro geht. "Obdachlose stehen am Ende der Spendenkette", sagt Triers Streetworker Raimund Ackermann. Gerade im Winter werde die Hilfe benötigt. Er sei täglich unterwegs zu den aktuell 25 Leuten, die draußen leben; davon sieben im Wald und einer auf dem Hauptfriedhof. Seine Vision: "Die Rudolphs laden jährlich zum Benefizkonzert, und die Trierer Musikszene reißt sich ums Mitmachen."