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Rodungsstopp am Ranzenkopf bestätigt

Rodungsstopp am Ranzenkopf bestätigt

Das Oberverwaltungsgericht Koblenz hat am Abend der Entscheidung des Verwaltungsgerichts Trier widersprochen. Es bleibt zunächst bei einem Rodungsverbot auf dem Ranzenkopf. Die Bäume sollen weichen, da Windräder gebaut werden sollen.

Wintrich. Auf dem gesamten Areal des Ranzenkopfs dürfen zunächst keine Bäume mehr für Windradflächen gerodet werden. Das hat das Oberverwaltungsgericht Koblenz am Donnerstagabend entschieden. Wenige Stunden vorher hatte das Verwaltungsgericht Trier geurteilt, dass weitere Bäume gefällt werden dürfen. Am Mittwoch hatte das Gericht noch auf Antrag der Naturschutzorganisation Nabu die Arbeiten im Staatsforst auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues gestoppt. Bereits am Dienstag mussten wegen eines entsprechenden Antrags die Fällarbeiten in einem benachbarten Areal beendet werden. Dort will die Windenergie Wintrich Planungsgesellschaft in einem ersten Schritt Lichtungen für elf Windkraftanlagen schaffen.
Angeblich Uhu gehört


Der Landkreis Bernkastel-Wittllich als Genehmigungsbehörde und der Nabu überziehen sich mit Vorwürfen. Die Naturschutzorganisation kritisiert mangelhafte Untersuchungen und die Nichtbeachtung von Horsten windkraftsensibler Vogelarten. Landrat Gregor Eibes weist darauf hin, dass man bis zuletzt auf Bedenken eingegangen sei und diese überprüft habe. Monatelang seien Gutachter in dem Waldgebiet am Ranzenkopf unterwegs gewesen. Die Hunolsteinerin Sabine Lütt hat in einer eidesstattlichen Versicherung erklärt, in dem Gebiet einen Uhu gehört zu haben. Eibes verweist auf ein mehrere Seiten starkes Gutachten, in dem dies verneint wird. Der Gutachter habe ganze Nächte in dem Gebiet vergebens nach einem Uhu gesucht, und "Frau Lütt geht eine Viertelstunde durch den Wald und hört ihn", sagt der Landrat.
Eibes wirft dem Nabu eine bewusste Steuerung seiner Aktivitäten vor. "Es werden Dinge in den Raum geworfen, um das Projekt bewusst zu verzögern." Dies weist Cosima Lindemann vom Nabu zurück. "Tatsächlich haben wir seit Mitte Februar unsere Bedenken geäußert, diese sind jedoch nicht beachtet worden", sagt sie. Mit den Genehmigungen hatte Lindemann nicht gerechnet. "Wir sind aus allen Wolken gefallen." Bis 6. März müssen die Rodungen beendet sein.
Dieser zeitliche Druck lasse an einer guten Baubegleitung zweifeln, sagt sie. Zudem könne nur darüber spekuliert werden, ob die schnelle Genehmigung damit zusammenhängt, dass der Landkreis Bernkastel-Wittlich selbst Betreiber eines der Teil-Windparks sei. Der Kreis ist zusammen mit weiteren Kommunen an der Energie Bernkastel-Wittlich beteiligt, die die Anlagen im Staatsforst baut.
Eibes weist einen Interessenkonflikt zurück. Bereits früh habe man dies bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion erfragt. Die übergeordnete Behörde habe durch den relativ geringen Anteil des Kreises an der Gesellschaft keine Probleme gesehen.
Die Bauabteilung habe klare Ansage gehabt, "nach Recht und Gesetz die Genehmigungen zu erteilen, sagt Eibes.