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Römerbrücke in Trier: Fakten über älteste Brücke Deutschlands

Wissen : Älteste Brücke Deutschlands: Spannende historische Fakten über die Römerbrücke in Trier

Die Römerbrücke war schon in antiker Zeit eine wichtige Verbindung über die Mosel. Obwohl man in Trier natürlich auch an anderer Stelle über den Fluss kommt, ist diese Brücke durch ihre Geschichte einmalig.

Die Römerbrücke überspannt die Mosel im Herzen von Trier und ist noch heute einer der zentralen Knotenpunkte der Stadt. Tausende Autos, Radfahrer und Fußgänger überqueren hier Tag für Tag den Fluss wie schon die Römer vor 1.900 Jahren. Das Bauwerk zählt seit 1986 zum UNESCO-Weltkulturerbe „Römische Baudenkmäler, Dom und Liebfrauenkirche in Trier“ und ist ein beliebter Fotospot bei Urlaubern.

Wie alt ist die Römerbrücke in Trier?

Die Trierer Römerbrücke über die Mosel ist der älteste römische Brückenbau nördlich der Alpen. Sie geht auf das 2. Jahrhundert zurück und ist noch heute von ihren Ausmaßen und ihrer Stabilität her dem modernen Verkehr gewachsen.

Wie hat sich die Römerbrücke in Trier im Laufe der Geschichte verändert?

Die Moselbrücke hatte bereits in römischer Zeit drei Bauphasen zu verzeichnen. Nach Ausweis datierbarer Bauhölzer aus dem Moselbett wurde im Jahre 17 vor Christus in der Nähe einer Furt eine erste Brücke angelegt. Zur gleichen Zeit wurde auch die Stadt Augusta Treverorum – das spätere Trier – gegründet. Der Name der Stadt ging auf den keltischen Stamm der Treverer zurück, dessen Gebiet sich im ersten vorchristlichen Jahrhundert zwischen Maas und Rhein erstreckte.

Die erste Besiedlung des heutigen Trier reicht sogar noch weiter zurück und konnte von Archäologen bis in die Jungsteinzeit vor 7.000 Jahren nachgewiesen werden. Die Römer errichteten im Jahr 30 v. Chr. ein Militärlager auf dem Petrisberg bei Trier. Zuvor hatte der Feldherr Julius Caesar die keltischen Treverer besiegt und wollte mit dem Lager weitere Aufstände verhindern. Die Überreste des Militärlagers sind das früheste Zeugnis römischer Präsenz in Trier.

Kaiser Augustus befriedete nach jahrelangen Bürgerkriegen das Römische Reich und trieb auch den Bau der Infrastruktur in den neuen Provinzen voran. Im Rahmen des Ausbaus ihres frühzeitlichen Fernstraßensystems errichteten die Römer eine hölzerne Brücke mit einem Pfahl-Unterbau aus Eichen über die Mosel. Diese befand sich an einem Knotenpunkt, der Straßen- und Wasserwege des Römischen Reiches verband, und führte zu der am östlichen Moselufer gegründeten Stadt Augusta Treverorum. In den folgenden Jahrzehnten wuchs die römische Stadt und erhielt eine schachbrettartige Siedlungsstruktur, als Zentrum galt das in der östlichen Verlängerung des Moselübergangs gelegene Forum.

 Heute fließt viel Autoverkehr über die Römerbrücke.
Heute fließt viel Autoverkehr über die Römerbrücke. Foto: David Kunz

Die erste Holzbrücke blieb rund 90 Jahre erhalten und wurde um 71 n. Chr. unter Kaiser Vespasian in unmittelbarer Nähe durch eine Steinpfeilerbrücke ersetzt, die auf mächtigen hölzernen Pfahlroststellungen ruhte. Der fundamentartige Unterbau bestand aus Holz und Steinen, wobei Holzrahmen und Roste als Stützwerk für das zur Auffüllung verwendete Material dienten. Die Steinpfeiler der Brücke trugen eine hölzerne Fahrbahnkonstruktion.

Die dritte, heute noch genutzte Brücke entstand acht Meter flussaufwärts in der Zeit von 144 bis 157 nach Christus. Anlass für die Erbauung war vermutlich der zunehmende Verkehr, der über die schmale Pfahlrostbrücke nicht mehr abgewickelt werden konnte. Die aus mächtigen Basaltquadern zusammengesetzten Pfeiler dieses Bauwerks erwiesen sich als sehr beständig, denn noch heute überqueren täglich mehrere tausend Autos die „Römerbrücke“, die bis heute die kürzeste Verbindung von der Innenstadt nach Trier-West ist.

Die Geschichte ging an der Römerbrücke in Trier nicht spurlos vorbei. Die mittelalterlichen Bögen wurden 1689 von französischen Truppen gesprengt, zu dieser Zeit litt Trier unter wirtschaftlichem Niedergang und hatte nach der Belagerung im Dreißigjährigen Krieg und der Zerstörung in den Reunionskriegen weniger als 3.000 Einwohner. Erst in der Barockzeit im 18. Jahrhundert entwickelte sich wieder eine rege Bautätigkeit inklusive Wiederaufbau der Römerbrücke in den Jahren 1716 bis 1718. Aus dieser Zeit stammen auch ein Kruzifix und eine Statue des Heiligen Nikolaus auf dem fünften Pfeiler. Das westliche Brückentor wurde 1806 abgebrochen, im Jahr 1869 folgte das östliche.

1931 wurden wegen des wachsenden Verkehrsaufkommens Fahrbahnerweiterungen durchgeführt, und die Römerbrücke erhielt ihre heutigen Fußgängerstege. Den Zweiten Weltkrieg überstand das historische Bauwerk nahezu unbeschadet und wurde nicht – wie so viele andere Brücken – von den Kriegsmächten gesprengt.

Wie viel ist von der alten Römerbrücke noch erhalten?

Bei niedrigem Wasserstand sind die Vierkant-Holzpfähle der zweiten Römerbrücke aus dem Jahre 71 n. Chr. im Flussbett der Mosel zu sehen. Die heutige Römerbrücke hingegen geht auf den dritten Bau der Brücke um das Jahr 144 n. Chr. zurück. Sie wurde aus mächtigen Basaltquadern errichtet und zeigt sich bis heute sehr stabil. Das Baumaterial stammte unter anderem aus dem Gebiet des ehemaligen Vulkans „Hohe Buche“ in der Eifel, der durch einen Vulkanausbruch im Quartär entstand und sich ganz in der Nähe des Laacher Sees befindet.

Von der dritten antiken Form der Römerbrücke Trier sind heute noch die Pfeiler erhalten. Sie verfügen über einen Gussmauerkern, der mit 35 bis 95 Zentimeter hohen und bis zu drei Meter langen Basaltlava-Quadern verblendet ist. Die wiederum sind mit Eisenklammern im Bleiverguss verbunden. Stromaufwärts sind sie spitz und dienen hier als Eisbrecher. Auf den massiven Pfeilern des dritten Baus der Römerbrücke Trier befand sich in römischer Zeit zunächst eine hölzerne Konstruktion samt Fahrbahn. Bei diesem sogenannten Sprengwerk wird die auf den Balken lastende Kraft durch schräge Streben verteilt. Diese Form war im Brückenbau beliebt, da die Breite des Flusses nicht so stark eingeschränkt wurde, wie durch senkrechte Stützen. Zudem sorgte die Konstruktion für große Haltbarkeit und war mit der etwa zehn Meter breiten Fahrbahn für den damaligen Verkehr absolut ausreichend.

Die römischen Pfeiler der Moselbrücke haben bis heute alle späteren Brücken an dieser Stelle getragen. Über 1.000 Jahre diente die Römerbrücke bis ins hohe Mittelalter als einziger fester Flussübergang der Mosel zwischen Metz und Koblenz. Unter Kurfürst Balduin von Luxemburg sollen im Mittelalter die steinernen Bögen entstanden sein. Berechnungen zufolge stammen sie aus der Zeit zwischen 1190 und 1490. Von den insgesamt neun Pfeilern wurden jedoch die ersten beiden auf der Seite der Stadt Trier bereits zu Zeiten der Römer in der Uferaufschüttung verborgen.

Wie breit, hoch und lang ist die Römerbrücke in Trier?

Die Römerbrücke ist heute etwa 200 Meter lang, die Fahrbahn gut zehn Meter breit. Zu Zeiten der Römer war die Brücke bereits rund 14 Meter hoch. Dies hatte den Vorteil, dass die Segelschiffe ihre Masten bei der Unterquerung der Römerbrücke nicht mehr umklappen mussten.

Ist die Römerbrücke wirklich die älteste Brücke in Deutschland?

Die Basaltpfeiler der Römerbrücke Trier datieren zurück auf die Mitte des 2. Jahrhunderts. Damit ist die Brücke die älteste Brücke des Landes. Sie gehört seit 1986 zum UNESCO-Welterbe „Römische Baudenkmäler, Dom und Liebfrauenkirche in Trier“.

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