Rohmilchkäse und Hochprozentiges

Rohmilchkäse und Hochprozentiges

TRIER. Besuchermassen tummelten sich bei herrlichem Sonnenschein beim 15. Trierer Bauernmarkt. Auch viele Touristen mischten sich unter das bunte Völkchen vor der Porta Nigra. Das Motto der Veranstaltung: "Die Landwirtschaft kommt in die Stadt".

Längst etabliert hat sich der Einkauf auf dem Bauernhof. Aber die Landwirte kommen auch in die Stadt - zum traditionellen Trierer Bauernmarkt vor der Porta Nigra. 15 Anbieter boten selbst erzeugte Produkte aus der Landwirtschaft und dem Weinbau an - von "A" wie Apfelessig bis "Z" wie Ziegenwurst. Auch Waren aus ökologischer Produktion lagen an den Ständen. Der Bauernmarkt ist für eine große Vielfalt an frischen Erzeugnissen bekannt, seien es Schafsalami, Kochmett vom Schaf oder Schaffelle von Wanderschäfer Czerkus aus Wallendorf, feiner Rohmilchkäse von Familie Thommes-Burbach aus Gillenfeld, Zitronenmelisse oder Marokkanische Minze von Julia Moll aus Oberscheidweiler, Gelee aus Früchten von Bauer Matthias Boesen aus Newel-Lorich oder Heublume-Kamille-Honigbad von der Imkerei Mehler aus Wallenborn. Den Durst stillen konnten die Gäste - passend zur Jahreszeit - mit kelterfrischem Apfelsaft, Viez und Federweißem. Verhalten war der Betrieb noch am frühen Vormittag. Ab elf Uhr ergoss sich jedoch ein wahrer Besucherstrom über den Porta-Nigra-Vorplatz. "Auch wir können mal Glück haben", sagte ein Landwirt zufrieden. "Schließlich haben wir auch schon bei Regen, Wind und Kälte hier ausgehalten." Wer nicht die Katze im Sack kaufen wollte, der durfte vorher probieren. An fast allen Ständen der Selbstvermarkter standen Teller mit kleinen Proben zum Kosten. Wer wollte da schon nein sagen? Mitten im Gewühl informierte der Verein Direktvermarkter landwirtschaftlicher Produkte Eifel-Mosel-Saar über seine Angebote. Regina Backes und Ruth Mischo verteilten fleißig die neueste Broschüre "Einkaufsführer der Direktvermarkter". "Voriges Jahr waren doch mehr Stände hier", sagte eine Frau zu ihrer Begleiterin. Sie hatte Recht: Alle zwei Jahre fällt die Veranstaltung in Trier etwas kleiner aus. Die große Erntedank-Feier der Landwirte findet nämlich abwechselnd in Trier und in Koblenz statt. Unterhaltung wurde den Besuchern um die Mittagszeit geboten. "Im sonnigen Süden" spielte der Musikverein aus Jettingen. Die milden Temperaturen ließen durchaus südländisches Flair aufkommen. Niemand wollte da an den nahen Winter denken, höchstens beim Anblick der selbst gebrannten Schnäpse und Liköre vom Bohrshof aus Welschbillig, die in allen Farben und Schattierungen schimmerten. Obwohl zum Wärmen von Innen kein Anlass bestand, genossen die Besucher so manche Kostprobe des Hochprozentigen.