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Roman Lob spricht über den ESC, die Karriere und die Zukunft

Interview : "Ich bleib ich selbst" - Roman Lob im TV-Interview

Erst die Ausbildung, dann die Musikkarriere: Roman Lob, der Deutschland in diesem Jahr beim Eurovision Song Contest (ESC) vertreten hat, geht gerne auf Nummer sicher. Jetzt steht für den Industriemechaniker aus Rheinland-Pfalz die erste Tournee an - und die führt auch in die Region.

Seit seiner Kindheit gehört Musik zu Roman Lobs großen Leidenschaften. Die ersten Schritte waren schwer, seit Februar kommt seine Karriere in Fahrt - nicht mit Rockmusik wie zunächst geplant, sondern mit einem poppigen Debütalbum. TV-Redaktionsmitglied Frank Auffenberg hat mit dem 22-Jährigen über Castingerfahrungen und Selbstbestimmung im Musikgeschäft gesprochen.


Sie machen schon lange Musik, sind aber erst Anfang des Jahres bei einem Castingwettbewerb für den ESC groß rausgekommen. Inwieweit blieben Sie als Musiker selbstbestimmt?

Roman Lob: Auf jeden Fall kann man seinen eigenen Kopf durchsetzen. Mein Management hat die Haltung, dass ich nichts machen muss, was andere Leute mir vorschreiben. Es sagt: "Du bist du - du musst Dich am wohlsten fühlen." Wenn ich etwas nicht will, sage ich es einfach. Ich finde es wichtig, mir treu zu bleiben


Wie setzen Sie das um?

Lob: Wenn mir gesagt wird, der Bart muss ab, dann antworte ich eben, dass er mir gefällt und dranbleibt. Ich bin ein eigener Typ - ich bleib ich selbst. Mein persönlicher Stil ist mir sehr wichtig. Vielleicht war es genau das, was die Leute merkten, und mochten - und mich deswegen von Show zu Show weiterwählten.

Ihr Debütalbum nahmen Sie mit Thomas D von den Fantastischen Vier in der Künstlerkommune M.A.R.S. (Moderne Anstalt Rigoroser Spakker) in der Nähe von Daun auf. Waren Sie in die Musikauswahl eng eingebunden?

Lob: Ich hatte noch nie mit so großen Leuten zusammengearbeitet und war zunächst nervös und sehr schüchtern. Verschiedene Songwriter hatten Stücke eingereicht. Es gab nicht, wie ich erst dachte, eine Vorauswahl, die ich spielen musste. Ich hörte mir zwei Stunden Stücke an und traf selber eine Auswahl. Es waren gleich Songs dabei, die mir gut gefielen. Drei Lieder sind auf dem Album von mir: "Changes", "First Time" und "Day by Day".

Nach einem ersten Castingversuch 2007 bei "Deutschland sucht den Superstar" machten Sie zunächst eine Ausbildung. Warum probierten Sie es noch einmal?

Lob: Unter den ersten 20 musste ich wegen einer Kehlkopfentzündung aufhören. Dieter Bohlen bot an, 2008 wiederzukommen. Bei diesem Format kann es vorkommen, dass du wirklich Erfolg hast, genauso gut kann auch nichts dabei rumkommen. Ich entschied mich für die Ausbildung und machte nebenbei Musik. Letztes Jahr wollte ich es doch noch einmal versuchen. Nicht mit dem Hintergrund unbedingt gewinnen zu müssen, sondern wegen meiner Lust auf die Eurovision. Weil das eine coole Show ist.

Was sagt Ihre alte Band dazu, dass alles so gekommen ist?

Lob: Die Jungs finden das super. Ich versuche, möglichst oft zu Hause zu sein. Die erste Anlaufstelle ist immer noch der Probenraum. Es ist mir wichtig, nicht einfach zu sagen: "Leute passt auf, ich muss mich nun ein bisschen distanzieren, ich bin nun auf einer ganz anderen Seite unterwegs." Warum sollte ich auch meine alte Band schleifen lassen?

Werden die Stücke auf der Bühne weiterhin Pop sein, oder wird alles härter - quasi wie früher, als Sie noch Metal spielten?

Lob: Härter nicht, aber wir versuchen, etwas grooviger zu spielen. Es soll nicht exakt so klingen wie auf Platte, als hätten wir uns im Proberaum getroffen und die einzelnen Tonspuren eins zu eins nachgespielt. Wir versuchen, Breaks reinzubekommen, um die Leute zu animieren. Es ist wichtig, sie mit einzubeziehen. Schließlich wollen sie ein bisschen Party machen. aff

Roman Lob tritt im Rahmen seiner Changes-Club-Tour am Samstag, 27. Oktober, um 20 Uhr im Rockhal-Club in Esch auf. Karten gibt es in den TV-Service-Centern Trier, Bitburg und Wittlich, unter der TV-Tickethotline 0651/7199-996 sowie auf www.volksfreund.de/tickets