Ruf nach Tarifverträgen

TRIER. (jf) Sie wollen Tarifverhandlungen, und deshalb protestieren die Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bundesweit vor Zweigstellen der Dekra Akademie. Gestern haben rund 40 GEW-ler anderthalb Stunden vor der Dekra Akademie in Trier gestreikt.

Pech für Martina Thoben. Gestern Morgen sollte sie wie jeden Dienstag um acht Uhr ihren Deutsch-Kurs halten. Doch sie blieb mit ihren Schülern auf der Straße stehen. Auf den Stufen zur Dekra Akademie hatten sich rund 40 Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) versammelt. Ihr Banner proklamierte: "Wir streiken!" Von 7.30 Uhr bis 9 Uhr dauerte der Protest vor der Trierer Zweigstelle der Dekra Akademie. Wie Christel Döpp, bei der Trierer Dekra Akademie in der Verwaltung tätig und GEW-Mitglied, mitteilte, sei ein Drittel der Gruppe Trierer, der Rest sei aus Gerolstein, Mayen und Kaiserslautern angereist. "Wir wollen einen Tarifvertrag", sagt sie. Das Gehaltssystem der Dekra Akademie basiere auf Betriebsvereinbarungen, die "jederzeit kündbar" seien. Ein Tarifvertrag gebe rechtliche Sicherheit. Zehn feste Mitarbeiter gebe es in der Trierer Zweigstelle, drei seien in der GEW organisiert, sagt Christel Döpp. Die Dekra Akademie steht unter dem Dach der Stuttgarter Dekra AG. Den Namen Dekra verbinden die meisten mit Fahrzeugprüfungen und Gutachten. Die Dekra Akademie gehört auch zum Geschäftsbereich der Dekra AG. Sie bietet berufliche Aus- und Weiterbildungen an. Hauptauftraggeber ist das Arbeitsamt. Der Streik in Trier setzt eine Serie bundesweiter Streiks der GEW gegen die Betriebsvereinbarungen innerhalb der Dekra Akademie fort. An Standorten in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Berlin sowie in Mayen, Kaiserslautern und Ludwigshafen haben Mitglieder der Gewerkschaft schon gestreikt. Seit fünf Jahren habe es keinen Inflationsausgleich für die Beschäftigten gegeben, sagt Beatrix Nötten, Betriebsratsmitglied und GEW-Mitglied aus Mayen. Und das soll ich jetzt ändern. "Wir wollen erreichen, dass die Geschäftsleitung in Stuttgart zu Tarifverhandlungen bereit ist."