Rund 2500 Demonstranten bei Klimaschutz-Protest durch Trier - Kundgebungen auch in der Eifel

Kundgebung : Rund 2500 Demonstranten bei Klimaschutz-Protest durch Trier - Kundgebungen auch in der Eifel

Rund 2500 Klimaaktivisten zogen am Freitagvormittag mit der Demonstration „Fridays for Future“ durch die Trierer Innenstadt. Bis etwa 11.30 Uhr kam es dadurch zu Verkehrsbehinderungen. Proteste gab es auch in Bitburg, Gerolstein und Wittlich.

Von Marius Kretschmer, Christian Moeris, Frank Auffenberg, Rudi Höser, Miguel Castro

Demonstranten aus allen Altersgruppen folgten dem Protestaufruf der Fridays-for-Future-Bewegung. Auf dem Trierer Domfreihof hatten sich bereits vor Veranstaltungsbeginn um 10 Uhr viele Menschen versammelt. Es wurden Reden gehalten und die Teilnehmer zogen vom Domfreihof über die Windstraße, die Dominikanerstraße, die Sichelstraße, die Ostallee und die Theodor-Heuss-Allee zum Porta-Nigra-Platz. Über die Simeon- und Fleischstraße führte der Demonstrationszug weiter zum Kornmarkt und über die Brotstraße und den Hauptmarkt zurück zum Domfreihof.

Zwischenkundgebungen gab es auf der Strecke vor dem Max-Planck- und Auguste-Viktoria-Gymnasium sowie bei den Stadtwerken in der Ostallee und vor der Porta Nigra.

Dass Freitag ist, reicht den Fridays-for-Future-Aktivisten für gewöhnlich schon als Anlass für ihre Klimademonstrationen. Doch diesmal geht es um den dritten weltweiten Streik für mehr Klimaschutz in diesem Jahr und die Bundesregierung wollte ihr Klimaschutzpaket vorstellen - eine Einigung hatte die Koalition in der Nacht erzielt. Deshalb hatten diverse Aktivistengruppen für diesen Tag nicht nur Schüler, sondern alle Menschen aufgerufen, sich den weltweiten Protesten anzuschließen.

Proteste gab es auch in Wittlich. „Wir haben keinen Ersatzplaneten“ - so lautete die Botschaft: Am Freitagmittag haben am Ottenstein-Platz am ZOB in Wittlich Schüler und andere Bürger der Stadt Wittlich zusammengefunden. Im Rahmen der weltweiten Fridays-For-Future-Aktionen demonstrierten nun zum ersten Mal auch die Wittlicher für mehr Klimaschutz. Rund zweihundert Teilnehmer, viele davon trugen selbstgemalte Plakate, auf die sie ihre Forderungen zum Klimaschutz gepinselt hatten, kamen bei der Demonstration zusammen.

Am Freitagmorgen waren rund 70 Menschen in Gerolstein für wirksame Maßnahmen im Klimaschutz auf die Straße gegangen. Schüler waren keine dabei. Nach unbestätigten Angaben von Demonstrationsteilnehmern soll es Sanktionsandrohungen von Schulen gegen Schüler gegeben haben, die wegen der Demonstration der Schule fernblieben. Zielgruppe waren die Pendler im Berufsverkehr.

Zum dritten Mal gingen auch in Bitburg Kinder- und Jugendliche auf die Straße, um für eine zielorientierte Klimapolitik zu demonstrieren. „Und das hat heute doch wirklich mal Eindruck hinterlassen“, sagte die Versammlungsleiterin Marie Sprawe. Sie schätzt, dass mehr als 200 Demonstranten zum Spittel kamen. „Mich freut, dass auch immer mehr Ältere mitlaufen“, sagt sie. Nach der Eröffnungsrede zog die Demonstration ums Bitburger Zentrum herum, um sich schließlich zur Abschlusskundgebung erneut auf dem Spittel zu treffen. Der erfahrene Friedensaktivist Reinhard Hallwachs griff dort mal gleich zur Gitarre und brachte den jungen Demonstranten das eine oder andere Friedenslied bei. „Hier kommen langsam wirklich die Generationen zusammen“, sagte Sprawe.

Foto: TV/Marius Kretschmer

Tatsächlich fanden sich unter den jungen Leuten auch so manche älteren wieder, wobei sie der Jugend im Demonstrationszug den Vortritt lassen und sich brav hinten anschlossen. Nicht nur einmal hörte man von den „Erwachsenen“ auch die Frage: Was haben Ronald Reagan und der Klimawandel gemeinsam? Die Antwort: Beide bringen die Eifeler auf die Straßen. Die heutige Fridays4Future-Demo in Bitburg war nach Einschätzung von so manchem erfahrenen Teilnehmer die größte Demonstration, die seit Mai 1985 durch die Brauereistadt zog. Damals erzürnte der damalige US-Präsident die Menschen mit seinem Besuch der Kriegsgräberstätte im Stadteil Kolmeshöhe.

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