Rund eine Million Kilometer für den Landrat

Rund eine Million Kilometer für den Landrat

Der Mann hinterm Steuer: Reinhold Theis hat Tausende von Stunden am Lenkrad des Wagens gesessen, der den Landrat des Kreises Trier-Saarburg zu seinen vielen Terminen bringt. Mit dem TV sprach er über schnelle Autos, eine Million Kilometer, Verlässlichkeit und seinen neuen Lebensabschnitt in der Ruhephase der Altersteilzeit.

Bonerath. "Ich bin nie zu spät gekommen und immer unfallfrei gefahren", resümiert Reinhold Theis. Verlässlichkeit und Verschwiegenheit seien ein Muss und für ihn Selbstverständlichkeiten gewesen.

Seine letzte große Fahrt mit dem Landrat Günther Schartz führte Reinhold Theis nach Berlin, zur Wahl des neuen Bundespräsidenten.

Auch an seine erste Fahrt für die Kreisverwaltung kann sich der Ex-Fahrer, der den Spitznamen "Schaus" trägt, noch sehr gut erinnern. "1502 Kilometer, nachts um 1.30 Uhr ging es los nach Schleswig-Holstein, zurück und hinterher noch ins Saarland", erinnert sich der 62-Jährige.

Der Beifahrer war damals aber ein anderer als heute: der ehemalige Landrat Richard Groß. 15 Jahre lang hat Theis Groß chauffiert, fünf Jahre den jetzigen Landrat.

"Schaus" liebt die Fahrerei. Auf den nationalen und internationalen Straßen kennt er sich bestens aus. Der gelernte Kraftfahrzeug-Mechaniker, war nach seiner Bundeswehrzeit zehn Jahre lang als Busfahrer tätig, und ebenso lange hat er im Fernverkehr gearbeitet. Er hat ein Faible für schnelle Autos, dem sein letzter Beruf Rechnung trug.

"Das A und O ist ein ordentliches Auto", sagt Schaus. "Vor allem für die Sicherheit." Zuletzt brachte er den Landrat in einem 245-PS-starken Auto von Trier zu den jeweiligen Zielorten. Insgesamt rund eine Million Kilometer habe er im Auftrag der Kreisverwaltung zurückgelegt.

"Das Verhältnis zu beiden Landräten war immer gut", sagt Theis. Landratsfahrer zu sein, heiße aber auch, auf Veranstaltungen im Hintergrund mit dabei zu sein und viele Stunden warten zu müssen. "Auf 80 Prozent der Events habe ich Kollegen getroffen. Wir haben uns unterhalten oder Karten gespielt. Heute gibt es auch einen Fernseher im Auto."

Zu den 24 Landrats- und zahlreichen Ortsbürgermeister-Fahrern wird er weiterhin Kontakt halten. "es finden mindestens einmal im Jahr Treffen statt", sagt Theis. Seit Anfang September genießt "Schaus" die Ruhephase der Altersteilzeit.

"Gemeinsam mit meiner Frau, die mich in all den Jahren oft entbehren musste und immer hinter mir und meinem Beruf stand, werde ich die Zeit genießen."

Keinesfalls werde er sich in einen Zeitplan reindrängen lassen. "Das hatte ich insgesamt 40 Jahre lang." Er will viel reisen - im Privatauto, mit seiner Frau auf dem Beifahrersitz.