Rund um die Uhr im Einsatz für Menschen in Not

Rund um die Uhr im Einsatz für Menschen in Not

Seit zehn Jahren sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Trierer Notfallseelsorge Tag und Nacht im Einsatz, wenn Menschen im Landkreis dringend Hilfe benötigen.

Trier. (red) Am häufigsten werden sie bei häuslichen Todesfällen gerufen, aber auch nach Verkehrsunfällen stehen die Seelsorger bereit. Bis zu achtzig Mal im Jahr.

Am 23. November trafen sich die dreizehn katholischen und evangelischen Ehrenamtlichen im Pfarrheim St. Ambrosius in Trier, um einen neuen Bereitschaftsplan zu schreiben und ihr Jubiläum zu feiern.

Die Notfallseelsorge ist ein ökumenisches Projekt. "Es geht bei uns nicht um Konfessionen oder Glaubensansichten. Es geht um den Menschen in seiner Notsituation und darum, Beistand zu leisten", erklärt der katholische Theologiestudent und Priesteramtskandidat Jan Derr.

Schließlich sei der Auftrag der christlichen Kirchen, Menschen in Not zu helfen, fest im Evangelium verankert. Zwar gebe es vielfältige kirchliche Angebote zur Lebenshilfe, die Notfallseelsorge sei aber besonders wichtig. "Wenn man im Angesicht des Todes mit dem Rücken zur Wand steht, dann muss jemand da sein. Ganz ohne Terminkalender."

Gemeindereferentin Anja Hoffmann erinnert sich an die Anfänge vor zehn Jahren: "Damals wurde in unseren Dekanaten nachgefragt, ob Seelsorger Interesse hätten, in die Notfallseelsorge einzusteigen." Sie nahm die Herausforderung an, besuchte Fortbildungen und Tagungen und ist bis heute froh, die Hauptamtlichen entlasten zu können. Auch ihr evangelischer Kollege, der Konzer Pfarrer Martin Jordan, ist seit Jahren für die Notfallseelsorge im Einsatz. Denn ein Gemeindepfarrer allein könne nicht alle Fälle bewältigen.

Keinen festen Schlaf haben die Notfallseelsorger im Bereitschaftsdienst. Im wöchentlichen Wechsel stehen der Rettungsleitstelle Trier immer zwei der dreizehn Freiwilligen zur Verfügung.

Daniela Standard hatte am Tag der Jubiläumsfeier Bereitschaft. Als sie im Pfarrheim eintraf, wurde gerade jemand gebraucht, um einer Frau die Nachricht vom Tod ihres Freundes zu überbringen. Ihren Bereitschaftsdienst gibt die Gemeindereferentin nach einer Woche gerne weiter. Alle Notfallseelsorger kennen die Anspannung, die sie in diesen Tagen begleitet. Und die Unruhe, wenn sie tatsächlich zu einem Einsatz fahren, ohne zu wissen, was sie dort genau erwartet. Pfarrer Jordan bringt auf den Punkt, warum sie dennoch die Aufgabe annehmen: "Ich möchte für Menschen da sein - erst recht, wenn es eng wird. Wenn man nach Schicksalsschlägen als Seelsorger vor Ort ist, merkt man vielleicht am meisten, dass man wirklich gebraucht wird. Das ist für mich Motivation genug."