Runderneuerung in Träg

Im Welschbilliger Ortsteil Träg bleibt in den nächsten zwei Jahren kaum ein Stein auf dem anderen. Erstmals werden Abwasserkanäle verlegt, Wasserleitungen und Straßen werden erneuert.

Die ersten Gräben sind ausgehoben: In Träg sollen künftig die Abwässer zur Kläranlage nach Kordel geleitet werden. TV-Foto: Albert Follmann

Welschbillig-Träg. Für die nächsten beiden Jahre ist es in dem kleinen Ort Träg mit seinen 130 Einwohnern und 50 Häusern erst einmal mit der Beschaulichkeit vorbei. Bagger und Bauarbeiter sowie Lastwagen und Leitungsrohre werden das Ortsbild dominieren - und die Bewohner werden viel Dreck und Staub verkraften müssen. Reiland: Wasser muss zurückgehalten werden

Denn die Veränderungen sind für Träger Verhältnisse geradezu revolutionär: Erstmals wird das Schmutzwasser des Ortes kanalisiert und entlang der B 422 zur Gruppenkläranlage nach Kordel abgeführt. Bisher dienten Hausgruben als Zwischenspeicher für das Abwasser. Allein für den Bau des 2700 Meter langen Verbindungssammlers nach Kordel müssen die Werke 420 000 Euro aufbringen. Hinzu kommen fast zwei Kilometer Schmutzwasserkanäle im Ort inklusive 58 Hausanschlüsse (440 000 Euro). Ferner werden die alten Wasserleitungen erneuert. Rund eine halbe Million Euro werden in Regenwasserkanäle einschließlich Hausanschlüsse sowie zwei Regenrückhaltebecken mit 900 Kubikmeter Fassungsvermögen investiert.Große Schäden durch Welschbilliger Bach

"Wir müssen das Wasser hier oben zurückhalten", sagt Trier-Lands Bürgermeister Wolfgang Reiland, "bei starken Regenfällen soll es kontrolliert Richtung Tal fließen." Im Juli 2005 hatte der Welschbilliger Bach nach massiven Regenfällen in der Südeifel in Kordel große Schäden angerichtet. Innerhalb weniger Stunden hatte sich der kleine Bach in einen reißenden Fluss verwandelt.Auch bei der alten Kläranlage in der Von-Eltz-Straße in Welschbillig wird zur Zeit an einem Regenrückhaltebecken (Fassungsvermögen 300 Kubikmeter) gebaut; außerdem wird der Kanal in der Straße neu verlegt. Zug um Zug mit Kanal und Wasser sollte in Träg auch die Straßenerneuerung erfolgen. Witterungsbedingt, und weil die Baufirma sich zunächst auf die außerhalb anfallenden Erdarbeiten (für Leitungen und Becken) konzentrierte, hinkt man nun innerorts dem Zeitplan um zwei Monate hinterher. Und das obwohl zeitweise drei Kolonnen im Einsatz waren. Neben den Innerortsstraße wird auch die durch den Ort führende Kreisstraße 20 ausgebaut. Sie erhält teilweise einen einseitigen Gehweg; die unübersichtliche Kreuzung wird komplett neu gestaltet. Nach Auskunft der Werke ist es nach wie vor das Ziel, die Erschließungsarbeiten bis Ende 2009 über die Bühne zu bringen.