Rundflug über Deutschland mit Zahlen

Rundflug über Deutschland mit Zahlen

Sie sind vor allem aus Wahlsendungen bekannt: Dreidimensionale Rundflüge über virtuelle Karten, die dabei an bestimmten Punkten Statistiken zeigen. Nun kann jeder einen solchen Rundflug selbst erstellen: mit dem Webdienst "ChartFlight" der Universität Trier.

Trier. Animierte Bilder wie in Kinofilmen sind nicht nur beeindruckend, sondern auch praktisch, um abstrakte Informationen wie größere Mengen an Zahlen grafisch darzustellen. Doch diese Animationen am Computer zu erstellen, verlangt Können, Zeit und Geschick. "Normale" PC-Nutzer müssen sich bei selbst kreierten Grafiken daher mit weitaus Simplerem zufriedengeben. Bis jetzt. Mit "ChartFlight", einem Internet-Dienst des Lehrstuhls für Softwaretechnik der Universität Trier, kann nun jeder Nutzer seinen eigenen computeranimierten Rundflug über Statistiken erzeugen.

Die technischen Voraussetzungen sind denkbar simpel: Nötig sind nur ein Internetzugang, eine E-Mail-Adresse und ein Programm um Videos abzuspielen, das auf den meisten Computern bereits vorinstalliert ist. Auch die benötigten Daten für eine Animation sind überschaubar: Der Benutzer muss ein Bild in hoher Auflösung sowie eine Liste (mit per Kommata getrennten Daten) hochladen. "Wer mit Tabellen-Kalkulation zu tun hat, ist damit vertraut", sagt Stephan Diehl, Leiter des Lehrstuhls für Softwaretechnik.

Das Bild kann eine Landkarte zeigen, muss es aber nicht. So zeigt die Internetseite des Web-Dienstes zum Beispiel einen menschlichen Körper, auf dem die häufigsten Krebsarten gezeigt werden. Auch die Ball-Kontakte einzelner Fußballspieler werden per Rundflug über ein Fußball-Feld gezeigt. "Hauptsache ist, dass sich die Informationen auf diesem Bild lokalisieren lassen", sagt Diehl. So lassen sich etwa auch die Verkaufszahlen einer Firma visualisieren und als Präsentationsvideo verwenden.

Auf der Internetseite gibt der Benutzer dann ein, wie das fertige Video zu gestalten ist. "Zu allen komplizierten Einstellungen haben wir Beispiele eingesetzt", sagt Rainer Lutz, der den Dienst im Rahmen seiner Diplomarbeit entwickelt hat. "Man kann aber auch einfach die Voreinstellungen nutzen. Am Ende bekommt der Nutzer alles so, wie er es haben will." Dann werden Vorab-Bilder erstellt, die der Benutzer überprüfen kann. Erst, wenn er diese absegnet, wird das Video "in Auftrag" gegeben. "Das dauert etwa vier bis fünf Stunden", sagt Diehl. Im Hintergrund kommt nun ganz automatisch eine frei verfügbare Software zum Einsatz, mit der auch dreidimensionale Körper in Kinofilmen generiert werden. "Aber ein Normalsterblicher kann diese Software kaum bedienen - ich übrigens auch nicht", sagt Diehl lachend.

Das fertige Video kann man dann frei verwenden. "Der Benutzer kann es etwa bei Youtube hochladen oder in eine Powerpoint-Präsentation integrieren."

Infos im Internet: chartflight.uni-trier.de