Rutschbahn des Teufels

Über den Stein zu rutschen, der neben dem Eingang des Trierer Doms liegt, soll angeblich Glück bringen. Lucky hat nachgeforscht, was es mit diesem schweren Trümmer eigentlich auf sich hat. Denn manche behaupten ja, den habe der Teufel dort hin geschmissen.

Trier. Sicher erinnert ihr euch noch an Christiane Salm. Das ist die nette Stadtführerin aus Trier, die uns vor einigen Wochen erklärt hat, warum die Porta Nigra so schwarz ist. Und weil die Expertin so gut Bescheid weiß, habe ich mich mit der Stadtführerin auch noch auf den Weg zum Dom gemacht. Der ist noch größer als die Porta Nigra, doch das Besondere an dieser Kirche ist nicht die Größe, sondern der riesige Stein, der davor liegt. Den habt ihr sicherlich schon gesehen. Wahrscheinlich habt ihr auch schon darauf gesessen und seid runtergerutscht.

Christiane Salm kennt den Stein besonders gut, und deshalb erzählt sie den Touristen und Schulklassen auch immer, wo der Stein überhaupt herkommt. Da gibt es mehrere Versionen. Und in den meisten davon hat der Teufel seine Hand im Spiel. Der soll sich nämlich furchtbar darüber geärgert haben, dass man ihn bei Baubeginn reingelegt hat, erklärt die Stadtführerin. Die Bauleute hätten dem Teufel nämlich erklärt, dass dort eine Art Disko gebaut werde. Und davon sei der Mann aus der Hölle so begeistert gewesen, dass er das ganze Baumaterial bezahlt habe. "Der Teufel hat sich nämlich gedacht: Trinken die Leute da erst mal ein paar Bier, dann kann ich mir ohne Probleme deren Seele kaufen", sagt die Expertin. Und als er dann gemerkt habe, dass dort keine Disko, sondern ein Dom errichtet wird, habe er einen Stein auf die Menschen werfen wollen, doch die Engel hätten den schweren Brocken aufgefangen und neben den Eingang gelegt. Das klingt aufregend, ist aber natürlich nur ein Gerücht, wie ihr euch sicherlich denken könnt.

Tatsächlich nämlich ist der Stein Teil einer Säule. Diese Säule kam zum Vorschein, als im Inneren des Doms ein Grab für einen der Domfürsten angelegt wurde. Früher, bevor der Dom errichtet wurde, stand an gleicher Stelle eine Kirche, die aber abgebrannt war. Dabei kippten auch die vier zwölf Meter hohen Säulen um und zerbrachen. Und da es damals noch keine Bagger gab, mit denen der Bauschutt weggeräumt werden konnte, wurde einfach Erde aufgeschüttet und drüber gebaut. Teile dieser alten Kirche stehen übrigens heute noch.

"Und weil man nicht wusste, wohin mit der Säule, wurde sie neben den Eingang gelegt", sagt Christiane Salm, "und seitdem sind schon ganz viele Kinder und auch Erwachsene dort runtergerutscht." Und natürlich auch eine Leseratte.

Extra Das Domstein-Lied: Deen Duhmstaan Om Domstaan sei mer romgeroescht. Et woar net emmer ginstig. De Box zeröss, de Kaap verlohr, de Kopp zerschonn, blutrinstig. Kaom eich dann haam, doa wusst eich gleich, eich braucht kaan Reed' ze haalen, eich braucht blus guden Dag ze soan, det anneret soot mein Ahlen, roff de Trepp schlich eich mich off den Ziewen. Doch mein Klepp die sein ner ausgebliewen.