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Ruwer-Hochwald-Radweg: Tritt für Tritt

SOMMERAU. Kürzlich wurde das Teilstück zwischen Reinsfeld und Kell in Betrieb genommen, am anderen Ende sind die Arbeiter bis Sommerau vorgedrungen. Beim 10,5 Millionen Euro teuren touristischen Großprojekt Ruwer-Hochwald-Radweg wächst langsam aber sicher zusammen, was zusammengehört. ARRAY(0x14453b98)

Im Jahr 2009 wird es voraussichtlich so weit sein: Radfahrer werden sich in Trier-Ruwer auf den Drahtesel schwingen und auf der ehemaligen Bahntrasse bis nach Hermeskeil radeln können. Umgekehrt ist es allerdings etwas einfacher, denn es sind immerhin 400 Höhenmeter zu überwinden. Das klingt viel, ist aber auf die Gesamtdistanz gesehen nur ein durchschnittlicher Anstieg von einem Prozent - also auch für weniger geübte Radfahrer kein Problem.Vielen geht es mit dem Bau nicht schnell genug

Teilweise ist die 48 Kilometer lange Strecke schon offiziell freigegeben; von beiden Seiten wird die Trasse zur Mitte hin asphaltiert, werden Brücken und Geländer gebaut. "Der Radweg ist noch nicht fertig und schon überlaufen", freut sich der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Ruwer, Bernhard Busch, über die bisherige positive Resonanz in der Bevölkerung. An ihn wurden aber auch schon Klagen herangetragen, warum es denn mit dem Bau des Radwegs so langsam voran gehe. Teilweise liege dies sicher an der mangelnden Termintreue mancher Firmen angesichts gut gefüllter Auftragsbücher, meint der Verwaltungschef, andererseits habe aber auch nachgebessert werden müssen. Zwischen Ruwer und Waldrach wurde der Radweg zwei Wochen gesperrt, weil Leitungen gelegt und Pfosten erneuert wurden; zwischen Mertesdorf und Kasel mussten Betonfundamente angebracht werden. Die Qualität des Ausbaus, davon ist Busch überzeugt, zahle sich langfristig aus. Das gelte auch für die anfangs umstrittene Brücke an der K 12 zwischen Waldrach und Korlingen. Die teure Holz- und Schieferkonstruktion hatte Kritiker auf den Plan gerufen, die meinten, die vorhandene und noch stabile Bahnüberführung hätte weiterverwendet werden können. Besonders profitiert habe man beim Ruwer-Hochwald-Radweg vom "großen Vorbild", dem Maare-Mosel-Radweg. So hat sich laut Busch der graue Bitumen als optimale Deckschicht herausgestellt. Dieser sei auch in der Eifel eingesetzt worden, aber erst nachdem sich ein anderer Belag, der für Schnecken geeigneter sein soll, in der Praxis als unbrauchbar herausstellt habe. Auch habe sich der Einsatz von Alu-U-Profilen beim Einbau von Geländern bewährt. Zur Zeit wird die Radwegtrasse bei Sommerau geteert; vorbereitende Arbeiten, hauptsächlich an Brücken, sind bis Gusterath-Tal im Gange. Marco Heib von der Straßenmeisterei Hermeskeil leitet vor Ort die Bauarbeiten. Sein Augenmerk gilt zur Zeit den fünf (!) Brücken, die sich alleine auf dem ein Kilometer langen Teilabschnitt zwischen Sommerau und Gusterath-Tal befinden. Auch der Abschnitt bis Pluwiger Hammer hat es in sich. Für 2007 rechnet Bernhard Busch mit der Fertigstellung des Radwegs bis zur Hinzenburger Mühle. Die gesamte Strecke wird nach Auskunft des Landesbetriebs Straßen und Verkehr (LSV) im Jahr 2009 befahrbar sein. Das größte Radwege-Projekt in Rheinland-Pfalz wird zu 80 Prozent, also mit rund acht Millionen Euro, vom Land bezuschusst. Bei der Vermarktung des Radweges durch die Gemeinden gibt es nach Einschätzung des Bürgermeisters bereits gute Ansätze, aber auch noch einiges zu tun: "Manche Gastronomen packen die Gelegenheit am Schopf, andere sind noch zögerlich." Am einfachsten sei es natürlich für die unmittelbaren Anrainer-Orte wie Mertesdorf, Kasel und Waldrach, vom Radweg zu profitieren. Aber auch andere Gemeinden, wie etwa Morscheid, Schöndorf und Riveris, hätten durch den Beschluss von Wegebaumaßnahmen für Anschluss an die "touristische Lebensader" gesorgt. In Osburg gebe es Gespräche, so Busch, den Radweg über die Riveristalsperre und die B 52 (Sternfeld) anzubinden. Vor seinem geistigen Auge sieht der Verwaltungschef aber auch die Möglichkeit einer großflächigen Vernetzung. Und zwar eine Anbindung durch das Fellerbachtal über Herl und Lorscheid nach Fell und damit bis an den Moselradweg.