Ruwertal nicht mit Radspaß und Weinfest aktiv

Ruwertal nicht mit Radspaß und Weinfest aktiv

Der Raderlebnistag Ruwertal aktiv am 17./18. August ist abgesagt - auf das Weinfest wollten die Veranstalter aber nicht ganz verzichten. Ihr Bemühen, die Ruwertal-Winzer für ein großes Fest auf dem Supermarkt-Parkplatz bei Waldrach zu begeistern, ist jetzt aber gescheitert - vorerst: 2014 soll es einen neuen Versuch geben.

Waldrach. Zu groß war der Aufwand für Winzer und Standbetreiber, zu gering in den vergangenen Jahren die Besucherzahl beim Weinstraßenfest Ruwertal aktiv. Deshalb haben die Veranstalter, die Verbandsgemeinde (VG) Ruwer und der Verein Ruwer-Riesling, schon vor einigen Wochen die Reißleine gezogen - und das Fest samt Raderlebnistag abgesagt. Am selben Datum, 17./18. August, sollte stattdessen aber ein großes Weinfest mit Ruwertal-Winzern auf dem Parkplatz des Wasgau-Marktes bei Waldrach organisiert werden.Definitive Absage


Jetzt ist klar: Auch die als Ersatz für das Mitte der 1990er Jahre gestartete Radspektakel geplante Veranstaltung kommt 2013 definitiv nicht. "Es haben sich nur acht Winzer gemeldet, das ist uns zu wenig", begründet VG-Bürgermeister Bernhard Busch die Entscheidung. "Wenn keine Begeisterung da ist, lassen wir es besser." Der Aufwand würde "in keinem Verhältnis zum Ertrag" stehen. Das endgültige Aus findet der VG-Chef "sehr bedauerlich". Seiner Meinung nach hätte das Fest auf dem Wasgau-Parkplatz "ein gutes Startumfeld" gehabt. Die Supermarktleitung habe Anschlüsse, Lager- und Kühlmöglichkeiten stellen und am Programm mitwirken wollen. "Es gab da einige tolle Ideen."
Bei den Winzern, die sich für das Fest eingesetzt haben, herrscht Ernüchterung. "Man muss auch mal einen neuen Schritt wagen", findet der Waldracher Winzer Rainer Krämer. Er hatte bis zuletzt Gespräche mit Kollegen geführt, um sie von einer Teilnahme zu überzeugen. Die Idee des Weinfests bei Waldrach sei in diesem Jahr "vielleicht noch etwas aus der Not geboren", sagt Krämer. Sie habe jedoch "viel Potenzial, das wir unbedingt in einem neuem Anlauf ausschöpfen wollen".
Auch Birgit Steffes vom Waldracher Weingut Herbert Steffes ist "enttäuscht, dass Ruwertal aktiv jetzt gänzlich ausfällt". Sie hätte dem Weinfest "gern eine Chance gegeben". Zumal der Aufwand im Vergleich zu Ruwertal aktiv wesentlich geringer gewesen wäre, denn die Winzer hätten sich nicht mehr um das Essen kümmern müssen. Die Kosten dafür wären weggefallen. Die Standgebühr von 250 Euro, glaubt Steffes, hätte man "sicher rausholen können". Viele Kollegen hätten wohl dennoch "das Risiko" gescheut, weil "in der Kürze der Zeit kein Programm zu finden war, das die Sache einzigartig gemacht hätte".
Das sieht auch Frank-Stefan Meyer, Vorsitzender des Vereins Ruwer-Riesling, als Hauptgrund für die Zurückhaltung der Betriebe. "Es geht ja darum, dass sich die Winzer etwas davon versprechen", sagt Meyer. Wenn dies nicht der Fall sei, müsse man diese Entscheidung respektieren - "obwohl ich mich über einen Versuch gefreut hätte". Viele Winzer seien der Meinung gewesen, "dass ein weiteres Weinfest nichts Besonderes ist", zumal an einer "möglicherweise weniger attraktiven Stelle auf einem Parkplatz". Vielen sei das "wirtschaftliche Risiko" einfach zu groß.
Ganz abgeschrieben ist die Idee vom großen Weinfest trotzdem nicht. "Für dieses Jahr ist es zwar zu spät, die Musikgruppen sind alle ausgebucht", sagt VG-Chef Busch. 2014 nehme man aber sicher einen neuen Anlauf. Das versichert auch Rainer Krämer: "Wir haben jetzt genug Zeit, das Ganze vernünftig vorzubereiten."Meinung

Jetzt muss ein Konzept für 2014 her
Die Winzer haben entschieden - ein Ersatzfest für Ruwertal aktiv auf dem Wasgau-Parkplatz wird es 2013 nicht geben. Nur acht Weingüter wollten mitziehen bei dem Versuch, ein neues Weinfest bei Waldrach zu etablieren. Dass die Veranstalter unter diesen Umständen einen Rückzieher machen, ist absolut richtig. Den Winzern kann man ihre Entscheidung aber auch nicht übelnehmen. Die Absage von Ruwertal aktiv kam sehr kurzfristig, die Idee fürs neue Fest ebenfalls. In der Kürze der Zeit war es kaum möglich, ein Konzept auf die Beine zu stellen, das auf einen ähnlichen Erfolg wie beim früheren Weinstraßenfest hoffen lässt. Das heißt aber nicht, dass aus der Idee auch künftig nichts werden kann. Wenn sich die Winzer jetzt schnell zusammenraufen, frühzeitig Ideen austauschen und gemeinsam an einem Programm mit dem geforderten Alleinstellungsmerkmal arbeiten, sollte ein neuer Anlauf 2014 auf jeden Fall gewagt werden. Es wäre ein Armutszeugnis für eine Weinregion wie das Ruwertal, wenn sie im Sommer keine Großveranstaltung mehr anbieten könnte. c.weber@volksfreund.de