RWE erneuert Hochspannungsleitungen

Trierweiler/Igel/Schweich · Der Energiekonzern RWE will die Hochspannungsleitungen zwischen Trierweiler und Saarburg sowie zwischen Bekond und Schweich erneuern. In Saarburg regt sich Widerstand - die Stadt fordert vom Konzern, dass er eine alternative Trassenführung prüft.

 An den Dächern von Sirzenich vorbei verläuft die Hochspannungsleitung Richtung Saarburg, die demnächst erneuert wird. TV-Foto: Friedemann Vetter

An den Dächern von Sirzenich vorbei verläuft die Hochspannungsleitung Richtung Saarburg, die demnächst erneuert wird. TV-Foto: Friedemann Vetter

. Der Energiekonzern RWE bereitet derzeit ein großes Projekt vor: Die Hochspannungs-Trasse zwischen Trierweiler-Sirzenich und Saarburg soll erneuert werden. (siehe Extra). Sie verläuft von Sirzenich über Igel, Wasserliesch, Tawern, Könen, Wawern und Ayl bis nach Saarburg. "Die jetzige Leitung ist 80 Jahre alt, der Mattstahl wird spröde", erklärt Michael Neuhoff von der Firma Grontmij aus Koblenz, die zusammen mit der Firma SAG im Auftrag von RWE den Neubau vorbereitet. Laut RWE-Pressesprecher Rolf Lorig soll auch die 110 000-Volt-Leitung zwischen Bekond und Schweich auf einer Länge von vier Kilometern erneuert werden.

Bis zum Sommer holen die Firmen die privatrechtlichen Genehmigungen für das Bauvorhaben ein. Dann folgt das Planfeststellungsverfahren. Der Baubeginn ist für Anfang 2014 geplant. Die neue Leitung von Sirzenich bis Saarburg wird statt 220 nur noch eine Kapazität von 110 Kilovolt haben. "Die alte Leitung ist noch für den Langstreckentrans-port von Strom ausgelegt", erklärt Neuhoff. "Das ist auf der Trasse zurzeit nicht mehr notwendig, sie dient nur noch der Versorgung."

Die Unternehmen handeln im Auftrag des Energiekonzerns Verträge mit allen Grundstückseigentümern aus. "Auf der gesamten Strecke sind es rund 500", sagt Neuhoff. RWE holt sich mit diesen Verträgen eine sogenannte Dienstbarkeit für das Grundstück ein. Damit ist im Grundbuch das Nutzungsrecht vermerkt, das RWE erlaubt, das Grundstück für Reparatur- oder Wartungsarbeiten an Masten oder Leitungen zu betreten.

Je nach Breite der Schutzstreifen und Inanspruchnahme des Geländes zahlt RWE Entschädigungen, etwa für Waldflächen, landwirtschaftliche Nutzflächen oder Wege. Für die Masten zahlt der Konzern eine Pauschale von 100 Euro.

In Saarburg regt sich bereits Widerstand gegen das RWE-Projekt. "Wir werden diese Dienstbarkeit nicht so ohne weiteres erteilen", sagt Stadtbürgermeister Jürgen Dixius. Die Hochspannungsleitung läuft durch das Wohngebiet Berggarten-Walles. "Wir fordern eine Umverlegung der Leitung aus dem Baugebiet heraus", erklärt Dixius. Darin seien sich die Anwohner einig. Durch die Leitung würden die Grundstücke entwertet, zudem sei die Leitung eine Belastung für die Anwohner. Die Stadt will daher, dass der Konzern Alternativrouten oder die Möglichkeit einer unterirdischen Verlegung der Leitung prüft.

"Wir stellen seitens der Stadt keine Zustimmung in Aussicht, bis nachvollziehbar überprüft wurde, dass die Leitung zwingend dort verlaufen muss", sagt Dixius. Mit dem Konzern habe es bereits Gespräche gegeben. Nach Ostern lädt Dixius zur Einwohnerversammlung: "Dann hoffe ich, dass ein RWE-Vertreter vor Ort sein wird, der sich den Fragen der Anwohner stellt."

In den Gemeinden Trierweiler und Igel sind nach Auskunft der Ortsbürgermeister Matthias Daleiden und Franz-Josef Scharfbillig keine ähnlich gelagerten Probleme bei der Trassenführung wie in Saarburg zu erwarten. Die Leitungen tangieren fast ausschließlich Äcker und Wälder. Er habe den Revierförster beauftragt, die Berechnungen für die Entschädigungszahlungen aus der Nutzung des Gemeindewaldes zu prüfen, sagt Scharfbillig. RWE habe mit den Waldbesitzern einen Rahmenvertrag abgeschlossen.

EXTRA: DIE LEITUNG



Erneuert wird die Hochspannungsleitung zwischen Eifel und Saargau auf rund 20 Kilometern Länge; sie soll an gleicher Stelle wie die vorhandene aufgebaut werden. Auch die neuen Masten sollen auf den bisherigen Standorten errichtet werden. Der Masten-Grundtyp ist 32,5 Meter hoch, die Seitenarme sind bis zu sechs Meter lang. Der Bau der neuen Leitung wird nach RWE-Angaben rund ein Jahr dauern. Die Kosten inklusive Entschädigungszahlungen an Gemeinden, Landwirte, Waldbesitzer und private Grundstückseigentümer werden auf rund 7,5 Millionen Euro geschätzt. Eine Trasse durch den Boden wäre laut RWE sehr viel teurer, Reparaturarbeiten schwieriger. jka

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