Salve allegaoren: Neue Leiendecker-CD ist da

Salve allegaoren: Neue Leiendecker-CD ist da

2003 erschien "Probber Probber", das bislang letzte Album der Leiendecker Bloas. Zehn Jahre und einige personelle Umbesetzungen später ist endlich der Nachfolger da. "Gaddeng!" heißt die Bloas-CD Nummer fünf. Live vorgestellt wird sie übermorgen, Samstag, vor dem Drogerie-Markt in der Brotstraße.

Trier. "Salve allegaoren" - das erste Lied auf der neuen CD zeigt gleich, was Sache ist: Trierisch trifft auf den Rest der Welt - und umgekehrt. Statt "Hallo zusammen" könnte es aber genauso gut heißen: "Hei simmer widder" - wir sind wieder da. Gut zehn Jahre gedauert hat es, bis Helmut Leiendecker und seine Band wieder ein Album veröffentlichen. Endlich!, wird die Fangemeinde jubeln, denn so ganz klar war es lange Zeit nicht, ob und wie es mit der Bloas weitergehen würde. 2007 starb Gründungsmitglied Joachim "Joa" Rother mit 52, in den folgenden Jahren veränderten mehrere Umbesetzungen zusätzlich den Sound der Band, nicht aber deren Rezept: Helmut Leiendecker (61) textet und singt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Echt trierisch. Was in den Anfangstagen der 1986 gegründeten Bloas (= Gruppe) eine lokale Sensation war, ist längst überregional salonfähig. Selbst die Mundart-Gralshüter, denen schon die Schreibweise Bloas mit oa statt ao ein Dorn im Auge war und die sich über Einflüsse aus subkulturellem Rotwelsch oder dem Jenischen (Händlersprache) echauffierten, mussten irgendwann einsehen: Die Bloas mit ihrer identitätsstiftenden Mission ist Balsam für das traditionell angeknackste trierische Selbstbewusstsein.
Der Titel des neuen Albums bewegt sich in der Tradition der Vorgänger. Nach "Sauwer" (1992), "Quant" (1994), "Gammer" (1998) und "Probber Probber" (2003) nun also "Gaddeng!" , was so viel wie "Prima!" heißt und ein weiterer trierischer Ausdruck für hohe Anerkennung ist.
Der - die bislang acht Maxi-CDs mitgerechnet - insgesamt 13. Tonträger der Bloas enthält elf Stücke, von denen die meisten den Stammbesuchern der KG Heuschreck bekannt sein dürften. Titel wie "Scheich von Alt-Zalaawen" oder "Pirad\'n von dao Muusel" erlebten auf den Karnevalssitzungen in der Europahalle ihre Uraufführung. "Hei senn eich" (das in Bernd Stelters Coverversion "Riesenknutscherei" heißt), ist 2011 als Single erschienen, wurde aber für "Gaddeng!" neu eingespielt und klingt nun viel "gammerer" auch dank der Gastmusiker Helmut "Daisy" Becker (Trompete) und Frank "Franz" Grimmont (Percussion), die bei den Album-Aufnahmen im Tonstudio Jürgen Schulz Gonzerath (Hunsrück) mitgespielt haben. Saxofonist Helmut Engelhardt (51) aus Kaiserslautern ist seit 2012 als festes Bandmitglied dabei. Das neue Album dokumentiert auch die Entwicklung der Bloas in den letzten Jahren: Wo einst Leiendecker gesanglicher Alleinunterhalter war, ist nun mehrstimmiger Satzgesang angesagt - die Bloas ist auch a cappella "quant".
Helmut Leiendecker, Keyboarder Peter May (50), Gitarrist Karl Schulz (61), Bassist Äbbi Simeons (60), Schlagzeuger Thomas Zehren (52) und Helmut Engelhardt stellen ihr neues Album übermorgen, Samstag, zwischen 10 und 16 Uhr live vor der Drogerie-Markt-Filiale Brotstraße 30/31, vor. Ein nur auf den ersten Blick ungewöhnlicher Ort für ein Konzert: "Wir haben 2012 schon einmal dort gespielt und finden es toll, dass wir das nun wieder tun dürfen - übrigens wetterunabhängig, weil es eine große Unterstellmöglichkeit gibt", klärt Äbbi Simons auf.
2014 will die Leiendecker-Bloas ihre erste DVD (Mitschnitt vom Auftritt beim 2012er Mittelmosel-Weinfest in Bernkastel-Kues) veröffentlichen.