Samba, Sonne, Straßen-Party

Schmelztiegel Bitburg: 31 Gruppen aus 16 Ländern mit mehr als 1000 Tänzern und Musikern boten gestern beim großen Festumzug des Folklore-Festivals eine Straßen-Party, die ihresgleichen sucht. Bei bestem Wetter feierten, tanzten, schunkelten und staunten die rund 70 000 Gäste am Straßenrand und ließen sich entführen auf die Eifeler Wochenend-Weltreise.

Bitburg. Ob Marsch, Polka, Samba oder Swing: Musik verbindet. Lange stand beim großen Festumzug des Bitburger Folklore-Festivals gestern keiner still. Die Tänzer forderten ihr Publikum zum Mittanzen auf, geschunkelt wurde ohnehin, und ansonsten gab es ein buntes Musik-Spektakel quer durch die Gassen der Altstadt. Das ließen sich laut Schätzungen der Polizei Bitburg knapp 70 000 Besucher nicht entgehen - und verschafften damit der 44. Auflage des Europäischen Folklore-Festivals einen Besucher-Rekord nach den rund 60 000 Gästen im Vorjahr. So viele Menschen wie diesmal waren noch nie da.

Beste Voraussetzungen also für eine multikulturelle Straßen-Party, bei der es musikalisch einmal rund um die Welt ging. Von Frankreich über Dänemark und Estland bis nach China — mit jeder Menge Eifel-Heimat dazwischen. Ob bulgarische Folklore, die als Pferde verkleideten Franzosen, die tollkühn in die Menschenmassen "ritten", die "Dudeldorfer Schotten" mit ihren Dudelsäcken oder die "Teufelchen" des Ensembles aus Venezuela, die über die Zuschauer herfielen und sie schwarz anmalten, bevor mit Federn geschmückte Samba-Tänzerinnen zu heißen Trommel-Rhythmen karibisches Feuer verbreiteten — es gab jede Menge zu sehen, zu hören und zu staunen. In ihren farbenfrohen Trachten brachten die rund 1000 Teilnehmer der 31 Ensembles aus 16 verschiedenen Ländern ein Stück vergangener Zeit, alter Tradition und ferner Länder in die Bitburger Altstadt.

Auf das Engagement der Gäste aus aller Welt ist dabei ebenso Verlass wie auf die Eifeler Gastfreundschaft und die Begeisterungsfähigkeit der Zuschauer. Friedlich und fröhlich war es auch aus Sicht der Polizei, die keine besonderen Vorkommnisse meldet. Kurzum: Das ist Völkerverständigung mit Hand und Fuß.